„E-Autos sind überholt, Wasserstoff ist die Zukunft!“

Ähnliche Statements kursieren seit einer ganzen Weile an Stammtischen. Mediale Aufmerksamkeit und enorme Wertgewinne einiger Aktien aus dem Umfeld der Wasserstofftechnologie haben zu diesem Bild sicher ihren Anteil beigetragen.

Ein kleiner Blick auf die Technologie verrät: Auch Fahrzeuge mit Brennstoffzellen, die den Energieträger Wasserstoff nutzen, verfügen über einen Elektromotor. Man spricht auch von einem FCEV ( fuel cell electrical vehicle). Anstatt den Strom aus einer Batterie zu ziehen, wird er direkt im Fahrzeug erzeugt – ein mobiles Mini-Kraftwerk, wenn man so will.

Das „Wasserstoffauto“ ist also letzten Endes auch ein Elektrofahrzeug – nur eben ohne Batterie. Es ist somit ein Baustein unter vielen für die Mobilität der Zukunft. Oberleitungen auf Autobahnen werden bereits heute pilotiert, induktives Laden auf Parkplätzen oder an Ampeln ist geplant und auch Solarzellen auf Fahrzeugdächern werden erprobt.

Apropos Solarzellen: Diese erzeugen heute bis zu 0,2 kW / m² bei optimalen Bedingungen. Der durchschnittliche Verbrauch von Elektroautos liegt jedoch bei ca. 15 kWh / 100 km. Selbst wenn das gesamte Dach eines Fahrzeugs (ca. 4,5 m²) mit Solarzellen abgedeckt wäre, würde es in der Sonne also über einen Tag dauern, bis der Strom für 100 km Reichweite generiert werden kann. Photovoltaik kann (und wird) also eine gute Ergänzung werden. Es gilt als ein weiteres Puzzleteil im Gesamtkonzept einer elektrifizierten Mobilität.

Das Fahrzeug der Zukunft wird also ein Hybrid sein. Das kann ein Hybrid aus Solarzelle und BEV (battery electric vehicle) sein, der sich nebenbei an Ampeln induktiv auflädt. Genauso ist aber eine Mischung aus Brennstoffzelle mit Wasserstofftank und einer Batterie denkbar. Aber auch der heutige Plug-In-Hybrid hat mit größerer Batterie durchaus Zukunftsaussichten. LKWs werden möglicherweise für Langstrecken ihren Strombedarf mit Oberleitungen über der Autobahn decken, für die letzten 20 (oder 100) Kilometer auf der Landstraße muss dann die eingebaute Batterie herhalten.

Sicher wird es auch noch neue Konzepte und Innovationen geben, die sich heute noch auf die Bücher von Science Fiction Autoren beschränken oder fest verschlossen in den F&E-Abteilungen großer Hersteller oder Zulieferer darauf warten, dass die Zeit reif für sie ist. Der Schlüssel zum Erfolg wird es dabei sein, die richtige Balance und eine angemessene Verknüpfung von ausgereifter Technologie und innovativen Ansätzen zu erzielen. Ein voller Fokus auf nur eine Richtung wird immer zum Scheitern verurteilt sein.