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Stromtankstellen in Deutschland

Veröffentlicht am 12.09.2019

In Deutschland wurden 2018 rund 130.560 Plug-in-Hybriden sowie 34.357 reine Elektrofahrzeuge verkauft. Bei jährlich bis zu 3,4 Millionen Zulassungen insgesamt kommen diese beiden Marktsegmente zusammen auf einen Marktanteil von knapp fünf Prozent. Im Vorjahr wurden nur 25.056 reine Elektroautos zugelassen. Das deutet auf einen positiven Trend hin.

Der moderate Marktanteil kontrastiert mit der Erwartung der Zielgruppe. Laut einer Panelstudie des britischen Meinungsforschungsinstituts YouGov sehen 55 Prozent der Autofahrer im E-Auto das Transportmittel der Zukunft. Gleichwohl nannten die Befragten neben dem Kaufpreis und der Reichweite die Entfernung zur nächsten Ladestation als entscheidende Hürde vor dem Kauf.

Ein Projekt, das E-Mobilisten den Alltag erleichtern soll, kommt von Apple. Der amerikanische Techkonzern hat damit begonnen, die Ladestationen des Betreibers Chargepoint in seine digitalen Straßenkarten aufzunehmen. Hierzulande ist diese Funktion allerdings noch nicht verfügbar.

Das von der Europäischen Kommission finanzierte European Alternative Fuels Observatory (EAFO) zählt in Deutschland derzeit 16.055 Stromtankstellen mit insgesamt 48.367 Anschlüssen. Für 2020 rechnet die Nationale Plattform Elektromobilität (NPE) der deutschen Bundesregierung mit einem Bedarf an 70.000 öffentlichen Ladepunkten, darunter 7.100 Schnellladesäulen.

2018 nahm in Deutschland die Zahl der Ladepunkte um mehr als 340 Prozent zu. Absolut gesehen, belegt die Bundesrepublik mit ihren 48.367 Ladepunkten in Europa den Spitzenplatz. Setzt man den Wert ins Verhältnis zu Fläche und Einwohnerzahl, wird jedoch klar: Vorreiter in Sachen Elektromobilität sind andere. Fanden Deutschlands E-Mobilisten 2016 im Schnitt alle 111 Kilometer eine Stromtankstelle, so lag sie in den Niederlanden nur sieben Kilometer entfernt.

Um nachzubessern, hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur am 9. Juni 2017 die ersten 26 Förderbescheide über Ladesäulen in einer Gesamthöhe von gut 550.000 Euro ausgestellt. Mit dem Programm soll eine flächendeckende Ladeinfrastruktur mit bundesweit 15.000 Säulen aufgebaut werden. Dazu stellt das Ministerium bis Ende 2020 insgesamt 300 Millionen Euro bereit, zwei Drittel davon für Schnelllader.

Der Leiter der Sparte Elektromobilität bei Mercedes-Benz, Jürgen Schenk, mahnt indes zur Gelassenheit. Dank Fortschritten in der Batterieentwicklung werde schon bald ein Überangebot an Ladesäulen herrschen. Reichweiten von fünfhundert Kilometern und mehr zeichneten sich ab. Dann komme man mit Schnellladern entlang der Autobahn aus.

Schnellladen ist in Deutschland momentan nur an 1.810 Ladepunkten möglich, von denen mehr als zwanzig Prozent auf Teslas sogenannte Supercharger entfallen, die den Fahrern der Marke vorbehalten sind. Mit medienwirksamen Projekten versuchen Staat und private Unternehmen den Ausbau der für die Elektromobilität notwendigen Infrastruktur voranzutreiben. Ein Beispiel ist die sogenannte Schnellladeachse entlang der A 9 zwischen München und Leipzig. Siemens, Eon und BMW stellten dort Mitte 2014 in Abständen von maximal neunzig Kilometern acht Schnellladesäulen auf.

Tesla betreibt in Europa ein eigenes Großprojekt. An gut 700 Ladestationen mit fast 5.000 Anschlüssen versorgt der Autobauer seine Kunden unentgeltlich mit Strom. Zu einem ähnlichen Vorhaben schlossen sich Daimler, BMW, Volkswagen und Ford zusammen. Gemeinsam wollen sie entlang der Hauptverkehrsachsen Europas mehrere tausend Schnelllader installieren. Die ersten 400 sind für 2019 geplant. Weitere 400 will, ebenfalls bis Jahresende, das Bundesverkehrsministerium einrichten, allerdings waren davon Ende Juli erst hundert fertig. Die Planungsgrundlage liefert unter anderem das 2017 auf der Hannover-Messe vorgestellte Forschungsprojekt SLAM (Schnellladenetz für Achsen und Metropolen).

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