Corporate Banking im Spannungsfeld von Digitalisierung und Margenerosion

Der Firmenkunde ist ein begehrtes Objekt im aktuell margenarmen Banking – aber nur, wenn er eine Top-Bonität hat, keine hohen Sichteinlagen vorhält, keinen saisonalen Schwankungen unterliegt und nur in EU-Mitgliedsstaaten mit sehr gutem Country-Rating investiert.

Geringe Risiken und Provisionsgeschäft lautet damit die Zauberformel nach der viele Banken im Firmenkundengeschäft dringend suchen. Das wäre neben einer positiven Ertragsauswirkung auch durch den Regulator gefördert, der diese Ausrichtung mit einer entsprechend geringen Eigenkapitalunterlegung belohnt. Doch leider gibt es für derartige Engagements deutlich weniger Nachfrage als Angebot, so dass sich ein teilweise harter Wettbewerb um das Corporate-Banking-Geschäft etabliert hat. Die anhaltende Niedrigzinsphase, mit hohem Einfluss auf die erzielbare Kreditmarge, tut ihr Übriges.

Zudem wandelt sich der Anspruch des Kunden an die Dienstleistung der Corporate-Bank, da die zunehmende Digitalisierung der Wertschöpfungsketten auch die eng verbundenen Finanzströme miteinschließt. Consileon-Analysen gehen davon aus, dass ca. 5-6 Milliarden Euro Erträge pro Jahr im Corporate-Banking-Geschäft durch die Entwicklungen der Digitalisierung gefährdet sind. Das heißt ca. 25% der Gesamterträge. Doch hier tun sich die Banken bedingt durch veraltete Systeme und gewachsene Strukturen schwer, die notwendige Flexibilität und Anpassungsfähigkeit zu gewährleisen, um den veränderten Marktbedingungen gerecht zu werden. Im Hintergrund warten aber schon die aufstrebenden FinTechs, die aufgrund ihrer schlanken Strukturen und modernen webbasierten Systeme mittlerweile auch in das Corporate-Segment vordrängen.

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