Ein Interview mit Dr. Thilo Gaul, Geschäftsbereichsleiter Financial Services bei Consileon

Die DORA-Verordnung ist längst beschlossene Sache, doch die eigentliche Herausforderung liegt in der Umsetzung. Gerade Banken und Finanzdienstleister müssen ihre Verträge mit IT- und Cloud-Dienstleistern systematisch prüfen, anpassen und über den gesamten Lebenszyklus hinweg im Blick behalten. Das lässt sich kaum mehr manuell leisten. Dr. Thilo Gaul erklärt im Interview, wie KI-basierte Vertragsprüfung nicht nur Aufwand reduziert, sondern zugleich für mehr Klarheit, Sicherheit und Nachweisbarkeit sorgt.

Herr Dr. Gaul, DORA gilt bereits seit einiger Zeit. Warum ist das Thema gerade jetzt so präsent?

Da wir jetzt in die Umsetzungsphase übergehen, und das betrifft praktisch jedes Institut. Besonders im Bereich „ICT Third-Party Risk“ müssen Banken nachweisen, dass ihre Verträge mit IT- und Cloud-Dienstleistern vollständig, aktuell und DORA-konform sind. Und das nicht einmalig, sondern fortlaufend über die gesamte Vertragslaufzeit hinweg. Viele Häuser merken erst jetzt, dass die bisherigen manuellen Verfahren weder skalierbar noch revisionssicher sind.

Was verlangt DORA konkret im Hinblick auf Dienstleisterverträge?

DORA stellt sehr spezifische Anforderungen an die Vertragsinhalte. Dazu gehören etwa klare Eskalationsmechanismen, Auditrechte, Informationspflichten, Exit-Regelungen sowie ein Meldeweg bei Sicherheitsvorfällen. Diese Klauseln müssen nicht nur vorhanden, sondern auch inhaltlich korrekt und aktuell sein. Genau das macht regelmäßige, strukturierte Vertragsprüfungen unverzichtbar – ein enormer Aufwand, wenn man sie manuell durchführen muss.

Viele Banken prüfen ihre Verträge noch manuell. Warum reicht das nicht mehr aus?

Weil die Menge und die Komplexität explodiert sind. Über die Jahre sind enorme Vertragslandschaften entstanden – oft mit unterschiedlichen Versionen, Anbietern und Regelwerken. Hinzu kommen Cloud-Services, Outsourcing-Partner und FinTech-Kooperationen. Wer das alles händisch prüfen will, läuft Gefahr, Fehler zu machen oder Fristen zu verpassen. Der Aufwand steht in keinem Verhältnis mehr. Genau deshalb benötigen wir intelligente, automatisierte Lösungen.

Wie unterstützt die KI-Vertragsprüfung von Consileon Banken bei dieser Aufgabe?

Unsere Lösung, das Consileon Regulatorik-Radar, analysiert Verträge automatisiert auf DORA-Konformität sowie auf weitere regulatorische Anforderungen. Die KI erkennt fehlende oder riskante Klauseln, macht konkrete Änderungsvorschläge und erstellt auf Wunsch ein vollständiges DORA-Reporting. Der entscheidende Unterschied: Die KI arbeitet nicht nur mit Schlagworten, sondern versteht den inhaltlichen Zusammenhang; sie weiß also, was eine Klausel bedeutet. Das macht die Prüfung schneller und verlässlicher.

KI und Regulierung – ist das nicht ein Widerspruch?

Nein, nicht, wenn man es richtig angeht. Wir arbeiten mit Large Language Models, die speziell auf regulatorische Texte trainiert sind und setzen zusätzlich unser Qualitätssicherungs-Framework Lighthouz AI ein. So stellen wir sicher, dass die Ergebnisse nachvollziehbar und stabil sind. Zudem erfolgt am Ende immer eine fachliche Validierung durch einen Fachexperten, der die KI-Ergebnisse kontrolliert und ggfs. überschreiben kann. Die KI entlastet massiv, die Entscheidungshoheit bleibt jedoch immer beim Menschen.

Wie aufwendig ist die Einführung der Lösung – ist das ein Großprojekt?

Überhaupt nicht. Unsere Lösung ist als SaaS-Anwendung sofort einsatzbereit. In einer kurzen Setup-Phase werden kundenspezifische Richtlinien und Prüfparameter integriert. Danach können Verträge und Dokumente direkt hochgeladen und geprüft werden. Die Anwendung ist bewusst pragmatisch konzipiert: schnell implementiert, sicher im Betrieb und skalierbar.

Wie hilft das System beim Nachweis gegenüber Aufsichtsbehörden wie der BaFin?

Ein zentrales Feature ist das automatisierte Reporting. Nach jeder Prüfung wird ein vollständiger Bericht erstellt, inklusive Compliance-Status, Lückenanalyse und konkreten Handlungsempfehlungen. Diese Dokumentation ist revisionssicher und ideal geeignet, um Anforderungen aus internen Audits oder regulatorischen Prüfungen zu erfüllen. Banken gewinnen dadurch Transparenz und Nachvollziehbarkeit auf Knopfdruck.

Was raten Sie Instituten, die bei der DORA-Umsetzung noch am Anfang stehen?

Fangen Sie strukturiert an, aber fangen Sie an. Der Aufwand verschwindet nicht, wenn man wartet. Mit dem Regulatorik-Radar holen sich Banken ein Werkzeug ins Haus, das Routinearbeit automatisiert, Qualität erhöht und zugleich regulatorische Sicherheit schafft. So wird aus einer Pflichtaufgabe ein echter Effizienzhebel. Wer DORA richtig umsetzt, stärkt nicht nur seine Compliance, sondern auch seine operative Resilienz.

DORA-Compliance mit Consileon: schnell, sicher, skalierbar

Erfahren Sie, wie Sie mit dem Consileon Regulatorik-Radar Ihre Vertragsprüfungen automatisieren und DORA-Anforderungen effizient erfüllen können: mit klarer Struktur, nachvollziehbaren Ergebnissen und sicherer Governance.

Wie Standardsoftware die Komplexität im Versicherungsvertrieb beherrschbar macht

Die Versicherungsbranche verändert sich langsam, aber stetig. Digitalisierung, Regulierung, neue Wettbewerber und hybride Vertriebsmodelle sorgen dafür, dass sich auch die Strukturen im Vertrieb und in der Vergütung anpassen müssen. Während andere Branchen über Disruption sprechen, findet in der Assekuranz ein leiser, aber nachhaltiger Wandel statt: Die Vergütung wird komplexer, vielschichtiger und zunehmend strategisch.

Komplexität statt Disruption

Der Versicherungsvertrieb war nie einfach, aber heute ist er anspruchsvoller denn je. Unterschiedliche Vertriebskanäle, neue Produktwelten und steigende Anforderungen an Transparenz und Compliance führen dazu, dass die Vergütung zunehmend mehr Variablen berücksichtigen muss.

Was früher mit ein paar festen Provisionssätzen funktionierte, umfasst heute:

Diese Vielfalt ist sinnvoll, weil sie die richtigen Verhaltensanreize setzt, erhöht jedoch die operative und technische Komplexität erheblich.

Vom Abrechnungssystem zum Steuerungsinstrument

Die Vergütung ist längst kein reines Abrechnungsthema mehr. Sie ist zu einem strategischen Steuerungsinstrument geworden, mit dem Versicherer Vertrieb, Motivation und Partnerbindung aktiv gestalten können. Wer seine Vergütungslogik flexibel steuern kann, hat einen echten Wettbewerbsvorteil im Recruiting, bei der Bindung von Top-Vermittlern und bei der Steuerung der Vertriebsleistung.

Das Problem: Viele Häuser arbeiten noch mit historisch gewachsenen Systemen, Excel-basierten Prozessen oder individuell programmierten Sonderlösungen. Diese sind unflexibel, teuer im Betrieb und kaum revisionssicher zu halten. Anpassungen dauern oft Wochen oder Monate – eine Realität, die nicht mehr zum Tempo moderner Märkte passt.

Warum Eigenentwicklung keine Lösung ist

Trotzdem halten viele Versicherer noch an der Idee fest, ihre Vergütungssysteme selbst zu entwickeln oder in bestehende Bestandssysteme „hineinzubauen“. Die Folgen sind ein hoher Aufwand, teure Wartung und fehlende Skalierbarkeit.

Dabei gibt es längst eine Alternative. Moderne Standardsoftware ist heute so flexibel, dass sie sich über No-Code-Ansätze und regelbasierte Konfigurationen exakt auf das eigene Geschäftsmodell anpassen lässt – ohne aufwendige Programmierung.

Diese Systeme bieten:

Damit werden Standardlösungen zum Enabler für Individualität und nicht zum Widerspruch.

Flexibilität durch Standardisierung

Die größte Stärke moderner Vergütungssoftware liegt in der Balance: Sie kombiniert Standardisierung in der Technik mit Flexibilität im Geschäftsmodell. Das bedeutet, dass Versicherer ohne eigene Entwicklungsprojekte neue Vergütungsmodelle aufsetzen, anpassen und simulieren können, innerhalb von Tagen statt Monaten.

Durch offene Schnittstellen (API-First-Architektur) lassen sich diese Lösungen nahtlos in CRM-, Bestandssysteme und Data-Warehouses integrieren. Cloud-basierte Bereitstellung sorgt für Skalierbarkeit und Sicherheit, während rollenbasierte Zugriffsrechte und DSGVO-konforme Datenhaltung Vertrauen schaffen.

Der eigentliche Mehrwert: Konzentration aufs Kerngeschäft

Technologie ist kein Selbstzweck. Sie soll Organisationen befähigen, sich auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren. Wenn die Vergütung stabil, nachvollziehbar und automatisiert läuft, bleibt mehr Raum für das, was wirklich zählt: gute Produkte, überzeugender Service und starke Partnerbeziehungen.

Die Verantwortung für die IT-Komplexität kann und sollte man spezialisierten Softwareanbietern überlassen. Versicherer müssen nicht mehr zu Softwarehäusern werden – sie können sich auf den Vertrieb konzentrieren, während Standardlösungen die technologische Basis liefern.

Fazit

Die Versicherungsbranche ist nicht disruptiv, aber sie ist im Wandel. Die Vergütung ist dabei ein zentrales Feld, auf dem sich strategische Weichen stellen. Wer Komplexität meistert, gewinnt Handlungsspielraum.
Standardsoftware macht das möglich: konfigurierbar statt programmiert, flexibel statt starr, sicher statt manuell. So wird die Vergütung von einer Pflichtaufgabe zum echten Erfolgsfaktor im Vertrieb.

Strategien zur Senkung von Werkstattkosten für Versicherer

Der wirtschaftliche Druck auf Kfz-Versicherer steigt: steigende Reparaturkosten, hohe Werkstattstundensätze und zunehmende Wechselbereitschaft der Versicherten zwingen die Branche, traditionelle Prozesse kritisch zu hinterfragen. Das Werkstattmanagement rückt dabei als zentraler Hebel zur Senkung der Schadenkosten in den Fokus.

In unserem Whitepaper zeigen wir, wie Versicherer durch ein strategisch aufgebautes Werkstattnetzwerk, den Einsatz gebrauchter Ersatzteile und digitaler Prozessoptimierung unter Einsatz von KI, ihre Schadenquote nachhaltig senken und dabei gleichzeitig die Kundenzufriedenheit steigern können.

Drei zentrale Hebel für ein modernes Werkstattmanagement:

Unser Beratungsansatz: Strategie trifft Praxis

Consileon begleitet Kfz-Versicherer von der Reifegradanalyse über die Zielentwicklung bis zur technischen Implementierung – praxisnah, technologieaffin und zukunftsfähig.

Mehr Informationen finden Sie auf unserer Branchenseite Versicherungen.

In der Finanz- und Versicherungsbranche spielt ein durchdachtes Provisionsmanagement eine zentrale Rolle: Es beeinflusst die Motivation von Vermittlern und Beratern, bestimmt die Qualität der Kundenberatung und muss gleichzeitig komplexe regulatorische Anforderungen erfüllen. Unterschiedliche Vergütungsmodelle, hierarchische Strukturen und strenge Transparenzpflichten stellen hohe Anforderungen an Organisationen und IT-Systeme.

Mit der Integration der ajco solutions GmbH in die Consileon-Gruppe bündeln wir langjährige Branchenerfahrung mit technologischer Umsetzungskompetenz. ajco bringt mehr als 20 Jahre Erfahrung im Provisionsmanagement mit, unter anderem für Banken, Versicherungen, Vertriebsorganisationen und Finanzdienstleister.

Das Ergebnis: ein ganzheitliches Leistungsangebot, das alle Aspekte Ihres Provisionsmanagements abdeckt – von der Konzeption bis hin zur Systemintegration:

Unsere Softwarepartner:

Bereit für ein neues Level im Provisionsmanagement?

Dann lassen Sie uns gemeinsam starten. Mit Consileon an Ihrer Seite bringen Sie Transparenz, Fairness und Effizienz in Ihr Vergütungsmodell und stärken so Ihre Vertriebspower nachhaltig.

Digitale Versicherungskarte: Smarte Integration für Versicherer

Digitale Wallets haben sich als praktische Lösung etabliert – ob für Flugtickets, Zahlungsmittel oder Kundenkarten. Jetzt bringen wir dieses Prinzip in die Versicherungswelt: Mit der digitalen Versicherungskarte ermöglichen wir Versicherern eine nahtlose Integration in CRM-, Service- und Marketingprozesse.

In Zusammenarbeit mit BSI und Miss Moneypenny Technologies GmbH bietet Consileon eine sofort einsatzbereite Wallet-Integration, die Versicherungsunternehmen einen direkten digitalen Kommunikationskanal zu ihren Kunden eröffnet.

Vorteile der digitalen Versicherungskarte für Versicherer

Nahtlose Integration in die BSI Customer Suite

Consileon hat als langjähriger BSI-Integrationspartner spezielle BSI CX Steps entwickelt, die es ermöglichen, digitale Versicherungskarten einfach zu erstellen, zu aktivieren oder zu deaktivieren. Zudem lassen sich Push-Nachrichten direkt aus der BSI Customer Suite steuern. Mit minimalem IT-Aufwand können Versicherer die digitale Versicherungskarte in bestehende Customer Journeys integrieren – für eine moderne, effiziente und digitale Kundenkommunikation.