NIS2, KRITIS und B3S im Zusammenspiel

Krankenhäuser stehen heute vor steigenden Anforderungen an Informationssicherheit, Datenschutz und stabile IT‑Versorgung. Mehrere Regelwerke greifen dabei ineinander. Wichtig ist vor allem zu verstehen, dass sie sich ergänzen und nicht gegenseitig ersetzen. 

Ein ISMS als organisatorische Grundlage

Ein Informationssicherheitsmanagementsystem (ISMS) nach ISO 27001 bildet meist die Grundlage. Es sorgt dafür, dass Krankenhäuser systematisch mit Risiken für ihre IT und Daten umgehen, klare Verantwortlichkeiten definieren und Sicherheitsmaßnahmen dauerhaft steuern. Dadurch wird Informationssicherheit planbar und nachvollziehbar, ähnlich wie Qualitätsmanagement in der medizinischen Versorgung. 

Regulatorische Anforderungen durch NIS2 und KRITIS

Die europäische NIS2‑Richtlinie verpflichtet viele Gesundheitseinrichtungen zusätzlich zu konkreten Cybersicherheitsmaßnahmen, Risikoanalysen und Meldepflichten bei Sicherheitsvorfällen. Ziel ist es, die Funktionsfähigkeit wichtiger gesellschaftlicher Einrichtungen, darunter Krankenhäuser, besser zu schützen. 

In Deutschland betrifft das insbesondere Krankenhäuser, die als Kritische Infrastruktur (KRITIS) gelten. Diese müssen gegenüber dem Staat nachweisen, dass ihre IT‑Systeme angemessen abgesichert sind, damit die Patientenversorgung auch bei Störungen möglichst stabil bleibt. 

B3S – Sicherheitsanforderungen für Krankenhäuser

Hier kommt der sogenannte B3S‑Standard ins Spiel. Der „Branchenspezifische Sicherheitsstandard“ für Krankenhäuser beschreibt konkret, welche Sicherheitsmaßnahmen im Klinikbetrieb als angemessen gelten. Er übersetzt allgemeine Sicherheitsanforderungen in die Praxis von medizinischen Einrichtungen, etwa im Umgang mit Medizintechnik, klinischen IT‑Systemen oder Notfallprozessen. 

Kurz gesagt: Ein ISMS schafft die organisatorische Grundlage für Informationssicherheit. NIS2 und KRITIS definieren gesetzliche Anforderungen. Der B3S konkretisiert diese speziell für Krankenhäuser. 

Zusammen helfen diese Regelwerke, Patientendaten zu schützen, Ausfälle zu vermeiden und die digitale Zukunft des Gesundheitswesens sicher zu gestalten. 

Informationssicherheit strategisch verankern

Wir unterstützen Krankenhäuser dabei, Informationssicherheits‑ und Governance‑Strukturen praxisnah aufzubauen – von der Einführung eines ISMS über die Vorbereitung auf B3S‑ und regulatorische Anforderungen bis hin zur strategischen Einbindung neuer Technologien wie Künstlicher Intelligenz. Unser Fokus liegt auf umsetzbaren Lösungen, Management‑Orientierung und nachhaltiger organisatorischer Verankerung. 

Wenn Sie Ihre Einrichtung sicher und zukunftsfähig aufstellen möchten, sprechen Sie uns gerne an. 

Management-Perspektive auf Informationssicherheit: Strategisch steuern statt nur zertifizieren

In der neuen Folge des syracom-Podcasts „Security first – Kaffee zweitens“ waren David Pelchen und Daniel Volkhardt von der Q-SOFT GmbH zu Gast bei syracom in Wiesbaden. Gemeinsam sprechen die vier Kollegen in zwei Folgen über die strategische und operative Bedeutung von Informationssicherheitsmanagementsystemen (ISMS).

Die Doppelfolge „ISMS: Sicherheit beginnt nicht erst in der IT“ macht klar: Ein ISMS ist kein IT-Projekt „on top“ und weit mehr als eine ISO-27001-Zertifizierung. Richtig verstanden ist es ein strategisches Managementsystem, das Risiken strukturiert steuert und Informationssicherheit nachhaltig in der Organisation verankert.

Warum ein ISMS heute zur Managementaufgabe wird

Cyberangriffe, regulatorische Anforderungen und steigende Erwartungen von Kunden und Partnern machen Informationssicherheit zu einem geschäftskritischen Erfolgsfaktor. Ein ISMS nach ISO 27001 oder branchenspezifischen Standards wie TISAX schafft dafür einen belastbaren Rahmen: Risiken werden systematisch identifiziert und bewertet, Verantwortlichkeiten klar definiert, Maßnahmen priorisiert und Sicherheitsprozesse kontinuierlich verbessert.

In der Praxis scheitert ein ISMS jedoch selten an der Technik, sondern häufig an fehlender Governance, unklaren Rollen oder an einem System, das zwar dokumentiert ist, aber nicht gelebt wird. Genau hier setzt die Management-Perspektive an: Informationssicherheit braucht eindeutige Verantwortlichkeiten, klare Entscheidungswege und eine Steuerung, die sich in bestehende Abläufe integriert.

Inhalt der Podcast-Doppelfolge:

Wirtschaftlicher Mehrwert statt reiner Compliance

Ein wirksames ISMS zahlt direkt auf unternehmerische Ziele ein. Es erhöht Marktchancen, weil ISO 27001 in vielen Branchen Voraussetzung für Ausschreibungen und Partnerschaften ist. Es stärkt Kundenvertrauen und kann Vertriebszyklen verkürzen. Zudem reduziert es finanzielle Risiken, etwa durch die Vermeidung von Sicherheitsvorfällen, Betriebsunterbrechungen oder Bußgeldern. Und es schafft effizientere Prozesse, weil klare Governance-Strukturen Reibungsverluste und Doppelaufwände verringern.

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Teil 1:

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Wir unterstützen Sie dabei, Ihren aktuellen Reifegrad korrekt einzuordnen, Handlungsfelder zu identifizieren, Maßnahmen sinnvoll zu priorisieren und ein wirksames, nachhaltiges Informationssicherheits-Managementsystem aufzubauen.