Viele Unternehmen glauben, sie hätten ihre Kundendaten unter Kontrolle. Die Verträge sind DSGVO-konform, die Rechenzentren stehen in Frankfurt oder Dublin, der Datenschutzbeauftragte hat abgenickt. Was dabei oft übersehen wird: Der Serverstandort allein entscheidet nicht darüber, wer im Zweifelsfall auf Ihre Daten zugreifen kann.
Der entscheidende Faktor ist die Unternehmenszugehörigkeit des Cloud-Anbieters. Und die führt bei den marktbeherrschenden CRM-Plattformen fast ausnahmslos in die USA.
Das ist kein abstraktes Rechtsproblem. Es ist eine operative Realität, die Vorstandsetagen und Compliance-Abteilungen gleichermaßen betrifft. In regulierten Branchen wird Datensouveränität im CRM zunehmend zum entscheidenden Auswahlkriterium.
Der Clarifying Lawful Overseas Use of Data Act, kurz CLOUD Act, wurde 2018 in den USA verabschiedet. Er verpflichtet US-amerikanische Unternehmen, auf Anfrage von US-Behörden Zugang zu Daten zu gewähren, die sie weltweit verwalten. Unabhängig davon, wo diese Daten physisch gespeichert sind.
Das betrifft Salesforce, HubSpot, Microsoft und andere US-Anbieter, auch dann, wenn deren Rechenzentren in Europa stehen. Microsoft hat das im Juni 2025 bei einer Anhörung im französischen Senat unter Eid bestätigt: Auf die Frage, ob garantiert werden könne, dass die Daten europäischer Bürger niemals ohne Zustimmung der nationalen Behörden an US-Stellen weitergegeben würden, lautete die Antwort des Chefjustiziars von Microsoft France klar „Nein“. 1 2
Selbst die als souverän vermarkteten europäischen Angebote können demnach keinen vollständigen Schutz vor US-behördlichem Zugriff garantieren, solange die Muttergesellschaft US-amerikanischem Recht unterliegt.
Das Tückische: Viele Unternehmen verwechseln Datenhaltung in Europa mit echter Datensouveränität. Data Residency und Data Sovereignty sind zwei verschiedene Konzepte. Ein europäischer Serverstandort allein schützt nicht vor dem Zugriff unter fremdem Recht. Datenschutzaufsichten und Branchenberichte verweisen seit Jahren auf steigende Bußgeldrisiken bei grenzüberschreitenden Datentransfers; der häufigste Auslöser ist die irrige Annahme, ein EU-Standort genüge.
An dieser Stelle wird ein informierter Leser einwenden: Seit Juli 2023 gibt es doch den EU-US Data Privacy Framework, den Angemessenheitsbeschluss der EU-Kommission, der Datentransfers in die USA wieder auf eine rechtssichere Grundlage stellt. Das stimmt, und genau hier liegt ein Missverständnis, das in beide Richtungen läuft.
Zunächst zur Unterscheidung: Der Data Privacy Framework regelt die Zulässigkeit des Datentransfers in die USA nach DSGVO. Der CLOUD Act regelt den behördlichen Zugriff, unabhängig davon, ob ein Transfer stattgefunden hat oder wo die Daten liegen. Anders gesagt: Selbst mit einem gültigen Data Privacy Framework bleibt das Zugriffsrisiko durch US-Behörden bestehen.
Hinzu kommt, dass die Stabilität des Rahmens selbst fraglich ist. Es ist bereits der dritte Anlauf: Die Vorgänger Safe Harbor und Privacy Shield wurden beide vom Europäischen Gerichtshof gekippt. Anfang 2025 verlor das für die Aufsicht zuständige US-Gremium PCLOB durch die Abberufung mehrerer Mitglieder seine Beschlussfähigkeit, ein Umstand, der genau jene Kontrollmechanismen schwächt, auf die sich der Angemessenheitsbeschluss stützt. Eine erste Klage gegen den Rahmen wies das EU-Gericht im September 2025 zwar ab, eine Berufung zum Europäischen Gerichtshof steht aber weiterhin im Raum. Wer seine CRM-Strategie auf den Fortbestand des Data Privacy Framework gründet, baut auf einem Fundament, das in den vergangenen zehn Jahren bereits zweimal eingestürzt ist.
Das Risiko war bekannt, aber bequem zu ignorieren. Viele Anbieter bieten ausgereifte Funktionen, tiefe Integrationen und eine weltweite Entwickler-Community. Der Wechselaufwand ist erheblich. Und solange es keine konkreten Vorfälle gab, fehlte der Druck für eine Kurskorrektur.
Das hat sich verändert. Die geopolitische Unsicherheit seit 2025, veränderte US-Außenpolitik, neue Handelsstreitigkeiten und wachsende Skepsis gegenüber transatlantischen Abhängigkeiten haben das Thema von der IT-Abteilung in den Vorstand befördert. EU AI Act, DORA und NIS2 verschärfen die regulatorischen Anforderungen. Europäische Datenschutzbehörden urteilen zunehmend konsequent: Österreich, Frankreich und Italien haben bereits festgestellt, dass der Einsatz bestimmter US-basierter Dienste für die Verarbeitung personenbezogener Daten grundsätzlich DSGVO-problematisch ist.
Für Unternehmen, die bislang auf das Sowohl-als-auch gesetzt haben, nämlich DSGVO-Konformität auf dem Papier und US-Hyperscaler in der Praxis, wird der Spielraum enger.
Banken, Versicherungen und Energieversorger sind am weitesten. Regulierungsrahmen wie DORA und NIS2 zwingen diese Branchen, Datenzugriffe lückenlos dokumentieren und erklären zu können. Wer nicht nachweisen kann, wo seine Kundendaten liegen und wer theoretisch darauf zugreifen könnte, hat ein Compliance-Problem.
Der Gesundheitssektor zieht nach. Patientendaten in CRM-Systemen, etwa für Pharmavertrieb, Klinikmanagement oder Laborkommunikation, sind hochsensibel. Die Kombination aus ärztlicher Schweigepflicht und regulatorischen Anforderungen macht US-Abhängigkeiten hier besonders riskant.
Im Handel, in der Industrie und im Mittelstand insgesamt ist das Bewusstsein dagegen noch unterentwickelt. Viele Unternehmen wählen ihr CRM primär nach Funktionsumfang und Preis. Datensouveränität taucht in den Auswahlkriterien selten auf. Das wird sich ändern, sobald erste Bußgeldverfahren oder Aufsichtsprüfungen konkrete Namen und Zahlen produzieren.
Wer nach europäischen CRM-Lösungen sucht, findet ein differenzierteres Bild als gemeinhin angenommen. Wenn die Unternehmenszugehörigkeit entscheidet, dann ist ein deutscher Anbieter wie SAP nicht in derselben Weise dem US CLOUD Act ausgesetzt wie ein US-Konzern. Das ist ein Punkt zu seinen Gunsten. Die relevante Frage verschiebt sich in diesem Fall auf die nächste Ebene: Auf welcher Infrastruktur läuft die Lösung, welche Subprozessoren sind eingebunden, und liegen diese ihrerseits außerhalb US-amerikanischer Jurisdiktion? Eine europäische Konzernzentrale nützt wenig, wenn der darunterliegende Cloud-Betrieb bei einem US-Hyperscaler liegt.
Genau hier trennt sich die Spreu vom Weizen. HubSpot und Pipedrive etwa bieten EU-Rechenzentren, unterliegen als US-Unternehmen aber strukturell dem US-Mutterrecht. Andere Anbieter werben mit europäischem Hosting, ohne dass die gesamte Verarbeitungskette nachweisbar europäisch wäre. Wirkliche Datensouveränität erfordert, dass sowohl der Anbieter als auch der Cloud-Betrieb außerhalb US-amerikanischer Jurisdiktion liegen. Eine Kombination, die das Feld der großen, vollintegrierten CRM-Plattformen spürbar verkleinert.
BSI Software aus der Schweiz hat im ersten Quartal 2026 eine Kooperation mit T-Systems geschlossen, die genau an diesem Punkt ansetzt. Kunden der BSI Customer Suite können dank der cloudagnostischen Architektur von BSI auf eine rein europäische SaaS-Lösung wechseln: Die Daten verbleiben vollständig in Europa, der Cloud-Betrieb erfolgt über die T Cloud der Deutschen Telekom, und BSI als Schweizer Unternehmen unterliegt nicht dem US CLOUD Act. Anbieter und Infrastruktur außerhalb der US-Jurisdiktion: Diese Kombination ist es, die den Unterschied ausmacht.
Dabei ist der oft zitierte Leistungsverzicht gegenüber US-Hyperscalern kein zwangsläufiges Argument mehr. Die Plattform arbeitet im KI-Bereich modell-agnostisch: Unternehmen entscheiden selbst, welche KI-Modelle sie einsetzen, und können diese austauschen, ohne die Plattform zu wechseln. Moderne KI-Funktionen und europäische Datenhaltung schließen sich damit nicht länger aus.
BSI hat seine Plattform zuletzt durch die Übernahme von Sikom weiter ausgebaut und bietet damit eine vollintegrierte europäische Lösung für CRM, Customer Experience und Contact Center.
>>> Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag BSI übernimmt Sikom.
Datensouveränität beginnt nicht beim IT-Dienstleister. Sie beginnt mit der Frage, welche Daten im CRM verarbeitet werden und welches Risiko damit verbunden ist.
Ein sinnvoller erster Schritt ist eine ehrliche Bestandsaufnahme: Unter welchem Recht operiert mein CRM-Anbieter? Auf welcher Infrastruktur läuft die Lösung tatsächlich? Kann ich nachweisen, wer unter welchen Umständen auf meine Kundendaten zugreifen könnte? Und: Würde mein Unternehmen eine aufsichtliche Prüfung dazu bestehen?
Wer feststellt, dass hier Lücken bestehen, sollte das nicht als rein technisches Problem behandeln. Es geht um strategische Abhängigkeiten, um regulatorisches Risiko und, mit Blick auf das wachsende Datenschutzbewusstsein der Endkunden, zunehmend auch um Vertrauen und Wettbewerbsposition. Ein Wechsel des CRM-Anbieters ist keine leichte Entscheidung. Aber er muss auch keine überstürzte sein. Sorgfältige Beratung, klare Migrationspfade und die richtigen Partner machen ihn beherrschbar.
Digitale Souveränität ist kein IT-Hype und kein regulatorisches Pflichtprogramm. Sie ist eine unternehmerische Grundsatzentscheidung: Wem vertraue ich die Daten meiner Kunden an, und unter welchem Recht?
Entscheidend ist, die beiden Ebenen sauber zu trennen. Der Data Privacy Framework mag den Transfer in die USA aktuell legalisieren: Das Zugriffsrisiko unter dem CLOUD Act beseitigt er nicht, und seine eigene Bestandsgarantie ist brüchig. Die Kooperation von BSI Software und T-Systems zeigt, dass eine vollständig europäische CRM-Lösung mit modernen KI-Funktionen heute keinen Kompromiss mehr bedeutet. Die Frage ist nicht länger, ob eine Alternative existiert. Die Frage ist, wie lange Unternehmen noch warten wollen.
Mehr zu unseren Beratungsleistungen rund um CRM und Customer Experience finden Sie auf unserer Seite zur Vertrieb-, Service- und Marketing-Beratung. Einen Überblick über die BSI Customer Suite als europäische CRM-Plattform finden Sie in unserem Lösungsbereich. Wie wir Unternehmen bei der IT-strategischen Bewertung und Auswahl von Softwarelösungen unterstützen, erfahren Sie in unserem Bereich IT-Beratung.
Quellenverzeichnis
Viele Unternehmen treiben aktuell die Automatisierung ihres Kundenservices massiv voran. Neue Technologien machen es möglich, eingehende Anfragen über E-Mail, Chat oder Voice automatisiert zu verstehen, zu klassifizieren und zu beantworten. KI-Agenten sind dabei zentrale Enabler.
Die Erwartungen sind hoch: geringere Kosten, schnellere Reaktionszeiten und eine bessere Skalierbarkeit des Services.
In der Praxis zeigt sich jedoch ein differenzierteres Bild. Unternehmen, die ihren Service konsequent automatisieren, gewinnen zwar an Effizienz, verlieren aber oft an Qualität, Differenzierung und Kundenbindung.
Nachhaltig erfolgreicher Service entsteht daher selten durch maximale Automatisierung. Entscheidend ist vielmehr die gezielte Orchestrierung von automatisierten und menschlichen Interaktionen.
Serviceeffizienz beschreibt das Verhältnis zwischen eingesetzten Ressourcen und der Qualität sowie Geschwindigkeit der Kundeninteraktion.
Typische Ziele sind:
Viele Unternehmen fokussieren sich dabei vor allem auf die Kostenseite. Automatisierung scheint hier der naheliegende Hebel zu sein.
Doch Service ist mehr als eine Kostenstelle. Er ist gleichzeitig ein zentraler Kontaktpunkt zum Kunden und damit ein wichtiger Treiber für Zufriedenheit, Bindung und zusätzliche Wertschöpfung.
Die technologischen Möglichkeiten haben sich in den letzten Jahren deutlich weiterentwickelt:
Viele Unternehmen nutzen diese Möglichkeiten bereits intensiv, insbesondere im First-Level-Support.
Die Vorteile liegen auf der Hand.
| Perspektive | Vorteile |
| Unternehmen | geringere Servicekosten, hohe Skalierbarkeit, konsistente Qualität |
| Kunde | schnelle Antworten, 24/7-Verfügbarkeit, einfache Anliegen sofort gelöst |
| Service-Organisation | strukturierte Prozesse, bessere Datenbasis, höhere Transparenz |
| Mitarbeiter | Entlastung von Routineaufgaben, Fokus auf komplexe Fälle |
Automatisierung ist damit ein zentraler Hebel, um Service effizienter zu gestalten. Doch genau hier liegt auch die Gefahr.
In vielen Unternehmen wird Automatisierung zum Selbstzweck. Ziel ist es, möglichst viele Interaktionen ohne menschliches Eingreifen abzuwickeln.
Dabei entstehen mehrere strukturelle Nachteile.
1. Verlust von echten Kundenkontakten
Service ist häufig der wichtigste – manchmal sogar der einzige – direkte Kontaktpunkt zwischen Unternehmen und Kunde. Wenn dieser vollständig automatisiert wird, gehen persönliche Interaktionen verloren.
Damit verschwindet auch:
2. Sinkende Differenzierung
Automatisierter Service lässt sich leicht kopieren. Wenn alle Unternehmen ähnliche Bots und Prozesse einsetzen, wird Service austauschbar.
Der Wettbewerb verlagert sich dann schnell wieder auf den Preis.
3. Weniger Cross- und Upselling-Potenzial
In vielen Branchen entstehen zusätzliche Geschäftsabschlüsse im Servicekontext:
Diese Potenziale lassen sich rein automatisiert nur begrenzt nutzen.
4. Verlust von Kundenverständnis
Viele wertvolle Informationen entstehen im persönlichen Austausch. Automatisierte Systeme können Daten strukturieren – aber nicht immer interpretieren.
Das Risiko: Kundenbedürfnisse werden weniger tief verstanden.
5. „Silent Churn“
Unzufriedene Kunden äußern sich in digitalen Kanälen oft weniger. Sie brechen Interaktionen ab – oder wechseln direkt den Anbieter.
Das macht Probleme im Service schwerer sichtbar.
In der Praxis lassen sich – ähnlich wie im Vertrieb – zwei grundlegende Ansätze beobachten.
| Atomatisierter Service (Automation-first) | Menschzentrierter Service (Human-first) |
| Standardanfragen werden automatisiert bearbeitet | persönliche Interaktion steht im Vordergrund |
| Prozesse sind stark strukturiert und datengetrieben | individuelle Problemlösung |
| hohe Geschwindigkeit und Skalierbarkeit | Aufbau von Vertrauen und Beziehung |
| geringe Kosten pro Interaktion | hohe Qualität bei komplexen Anliegen |
| Dieser Ansatz funktioniert besonders gut bei klar standardisierbaren Anliegen. | Dieser Ansatz ist insbesondere bei beratungsintensiven oder sensiblen Themen entscheidend. |
Viele Unternehmen bewegen sich zu stark in eines der beiden Extreme.
Wenn Service zu stark automatisiert ist…
Wenn Service zu stark menschlich geprägt ist…
Die größte Wirkung entsteht dort, wo Automatisierung und menschlicher Service gezielt kombiniert werden.
Fünf Ansätze sind dabei besonders relevant.
1. Automatisierungspotenziale systematisch identifizieren
Nicht jede Interaktion eignet sich für Automatisierung. Unternehmen sollten klar unterscheiden zwischen:
Nur im ersten Fall entfaltet Automatisierung ihren vollen Nutzen.
2. Wert von Kunden und Situationen berücksichtigen
Nicht jede Interaktion ist gleich wichtig.
Beispiele:
In solchen Situationen ist menschlicher Service oft entscheidend, unabhängig vom Automatisierungspotenzial.
3. Service als Werttreiber verstehen
Service sollte nicht nur als Kostenfaktor betrachtet werden.
Gezielt eingesetzte menschliche Interaktion kann:
Gerade an wichtigen Touchpoints entsteht oft mehr Wert als im klassischen Vertrieb.
4. Klare Routing- und Orchestrierungslogiken etablieren
Die zentrale Frage ist nicht: „Was können wir automatisieren?“
Sondern: „Was sollten wir automatisieren – und was bewusst nicht?“
Dafür braucht es klare Entscheidungsregeln, z. B.:
5. CRM- und CX-Systeme als Steuerungszentrale nutzen
CRM-Systeme spielen eine entscheidende Rolle bei der Serviceautomatisierung, allerdings nicht nur als Dokumentationswerkzeug.
Sie ermöglichen:
Damit werden sie zur zentralen Instanz, um automatisierte und menschliche Interaktionen sinnvoll zu orchestrieren.
Unternehmen können ihren Service mit drei einfachen Fragen hinterfragen:
Wenn mehrere dieser Fragen nicht klar beantwortet werden können, besteht meist ein erhebliches Optimierungspotenzial.
Die technologischen Möglichkeiten im Service werden weiter zunehmen. Automatisierung und KI werden in vielen Bereichen zum Standard.
Der entscheidende Unterschied liegt jedoch nicht in der Technologie.
Er liegt in der Frage, wie Unternehmen sie einsetzen.
Organisationen, die Service erfolgreich gestalten,
Damit wird Service nicht nur effizienter, sondern auch wirksamer – für Kunden und für das Unternehmen.
Mehr zu Vertrieb, Service, Marketing
Die Anforderungen an Customer Experience steigen und mit ihnen die Komplexität der zugrunde liegenden Systemlandschaften. Unternehmen stehen heute vor der Herausforderung, Kundeninteraktionen über zahlreiche Kanäle hinweg konsistent, effizient und zunehmend automatisiert zu steuern. CRM, Marketing, Service, Contact Center und Künstliche Intelligenz sind dabei oft getrennte Welten. Mit der Integration von Sikom in die BSI Customer Suite entsteht nun ein Ansatz, der genau diese Fragmentierung adressiert – und das Potenzial hat, die Customer Experience neu zu definieren.
Customer Experience wird seit Jahren strategisch entlang von Customer Journeys, Touchpoints und personalisierten Angeboten gedacht. Doch in der operativen Umsetzung, insbesondere im Contact Center, entstehen häufig Brüche.
Hier entscheidet sich, ob:
Die Kombination aus der BSI Customer Suite und der Sikom Contact-Center-Plattform setzt genau an diesem Punkt an.
Sie verbindet:
Damit wird Customer Experience nicht nur geplant, sondern auch durchgängig gesteuert und umgesetzt.
Ein zentraler Aspekt dieser Integration ist die Rolle von Künstlicher Intelligenz (KI). Während KI in vielen Organisationen noch punktuell eingesetzt wird, zeigt sich hier ein anderer Ansatz: AI wird direkt in die operative Kundeninteraktion eingebettet.
Das eröffnet neue Möglichkeiten:
In dieser Kombination entsteht ein System, das nicht nur reagiert, sondern aktiv lernt und sich kontinuierlich optimiert.
Für bestehende Kunden der BSI Customer Suite bedeutet dieser Schritt vor allem eines: mehr Integration bei gleichzeitig höherer Leistungsfähigkeit.
Bisher mussten insbesondere für den Voice-Kanal und komplexe Contact-Center-Szenarien zusätzliche Lösungen integriert werden. Das führte häufig zu:
Mit Sikom als Bestandteil des Ökosystems entsteht nun die Möglichkeit,
alle Kundeninteraktionen – synchron wie asynchron – auf einer Plattform zu orchestrieren.
Das reduziert nicht nur die Systemkomplexität, sondern schafft auch die Grundlage für den konsequenten Einsatz von KI im Service.
Auch für Unternehmen, die aktuell eine CRM- und CX-Lösung evaluieren, verändert sich die Perspektive deutlich.
Die klassische Best-of-Breed-Architektur, bestehend aus separaten Systemen für CRM, Marketing, Contact Center und AI, stößt zunehmend an ihre Grenzen. Integrationsaufwand, Daten-Silos und eingeschränkte Innovationsgeschwindigkeit sind häufig die Folge.
Die Kombination aus BSI und Sikom bietet hier eine Alternative: eine integrierte Plattform für CRM, Customer Experience, Contact Center und KI.
Das ermöglicht:
Gerade für große Organisationen mit komplexen Anforderungen wird dieser Ansatz zunehmend zum entscheidenden Erfolgsfaktor.
Mit der Integration von Sikom entsteht nicht nur ein erweitertes Produktportfolio, sondern ein deutlich größeres Innovationspotenzial. Unternehmen können:
Die Integration von Sikom in die BSI Software ist ein konsequenter Schritt in Richtung einer vollständig integrierten Customer-Interaction-Plattform.
Sie verbindet:
zu einem ganzheitlichen Ansatz, der Customer Experience nicht nur verspricht, sondern tatsächlich realisiert.
Für bestehende Kunden bedeutet das mehr Effizienz und Innovationskraft. Für neue Kunden entsteht eine überzeugende Alternative im CX- und CRM-Markt. Und für den Markt insgesamt setzt dieser Schritt ein klares Signal: Die Zukunft der Customer Experience liegt in der intelligenten Verbindung von Daten, Prozessen, Interaktion und Künstlicher Intelligenz.
Millionen Menschen nutzen heute ChatGPT, Claude oder Perplexity als persönliche Assistenten. Diese Systeme organisieren Informationen, treffen Entscheidungen und übernehmen Routineaufgaben. Sie verändern, wie Menschen mit Unternehmen interagieren.
Mit dieser Entwicklung entsteht ein neues Paradigma im Customer Relationship Management: das Agent Relationship Management (ARM).
ARM beschreibt das gezielte Management der Beziehung nicht mehr nur zum Menschen, sondern auch zu dessen digitalen Assistenten, also zu Systemen, die als eigenständige Empfänger, Filter und Multiplikatoren agieren. Unternehmen, die sich darauf vorbereiten, schaffen sich einen entscheidenden Vorsprung im B2A-Zeitalter (Business-to-Agent).
Seit vielen Jahren unterstützen wir Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen beim Aufbau und der Weiterentwicklung von CRM-Systemen. Dabei stand der erste Buchstabe, das „C“, stets für verschiedene Beziehungsformen, z.B.
Der Kern war immer das Beziehungsmanagement zwischen Menschen. Dann kam die Phase der Multi- und Omnikanal-Kommunikation. Heute stehen Marketing-, Sales- und Service-Automation, gestützt durch KI, im Fokus vieler Unternehmen. Mit ARM entsteht nun die nächste Entwicklungsstufe: das Management der Beziehung zwischen Unternehmen und KI-Assistenten.
Laut aktuellen Studien nutzen bereits mehr als 60 % der Menschen regelmäßig KI-Assistenten. Die Tendenz ist steigend. Diese digitalen „Butler“ übernehmen eigenständig Aufgaben, treffen Entscheidungen und filtern Informationen. Sie entscheiden, welche Inhalte ihre Nutzer überhaupt noch sehen. Damit werden sie zu Gatekeepern der Kundenkommunikation. Unternehmen, die ihre Informationen KI-gerecht strukturieren und an diese Systeme „ausliefern“, sichern sich Sichtbarkeit und damit Relevanz im Alltag ihrer Kunden oder Vertriebspartner.
Die digitalen Infrastrukturen verändern sich; Websites, Portale und APIs werden zunehmend so gestaltet, dass sie sowohl von Menschen als auch von Maschinen verstanden werden. Marketing- und Serviceteams müssen in Zukunft nicht nur Kunden, sondern auch deren KI-Assistenten mit strukturierten, semantisch klaren Informationen erreichen, die sich automatisch verarbeiten lassen. ARM schafft genau dafür den organisatorischen und technologischen Rahmen.

Mit dem Aufkommen persönlicher KI-Assistenten verändern sich die Aufgaben in Marketing, Vertrieb und Service grundlegend. Diese Systeme werden künftig selbstständig mit Unternehmen interagieren, etwa Anfragen stellen, Informationen anfordern oder Verträge prüfen. Hierdurch verlagert sich der Fokus, sodass nicht länger ausschließlich der Mensch mit dem Unternehmen kommuniziert, sondern zunehmend auch seine digitale Vertretung.
Im Agent Relationship Management werden eingehende Anfragen von KI-Assistenten direkt im System (ACRM) erfasst. Eine unternehmensinterne Multi-Agenten-KI prüft diese Anfragen, bearbeitet sie z.B. durch die Bereitstellung von Vertrags- oder Statusinformationen und antwortet automatisiert an den KI-Assistenten des Kunden. Bei komplexen Fällen oder wenn regulatorische Vorgaben es erfordern, wird ein menschlicher Mitarbeiter eingebunden. So entsteht ein intelligentes Zusammenspiel aus Automatisierung und persönlicher Expertise.
Auch der Vertrieb wird zunehmend Informations- und Angebotsanfragen per KI erhalten, beispielsweise von digitalen Assistenten, die für ihre Nutzer passende Produkte oder Tarife vergleichen. Unternehmen müssen darauf vorbereitet sein, schnell, idealerweise in Echtzeit, von KI zu KI zu interagieren. Ihre eigene Unternehmens-KI agiert dabei als Frontend im Dialog, erstellt erste Angebote oder Datenabgleiche und bezieht Vertriebsmitarbeitende dann ein, wenn individuelle Beratung, Freigaben oder regulatorische Anforderungen gefragt sind.
Für das Marketing bedeutet ARM, Inhalte nicht nur für Menschen, sondern auch für KI-Systeme strukturiert, semantisch klar und maschinenlesbar aufzubereiten. Ziel ist es, dass Unternehmensinformationen nahtlos in die Workflows der persönlichen Assistenten einfließen und dort als relevante Empfehlung beim Endkunden landen.
So entsteht ein neues, hybrides Interaktionsmodell:
Unternehmen ↔ Unternehmens-KI ↔ Kunden-KI ↔ Mensch

Dieses Zusammenspiel wird zum Herzstück des modernen Agent Relationship Managements und zur Basis echter Wettbewerbsdifferenzierung im B2A-Zeitalter.
Die Umsetzung eines erfolgreichen ARM ist kein Hexenwerk, vorausgesetzt, die CRM- und CX-Grundlagen sind gegeben. Mit Softwarelösungen wie der BSI Customer Suite oder der Microsoft Sales Cloud lassen sich ARM-Funktionalitäten direkt integrieren.
Dabei unterstützen wir unsere Kunden auf drei Ebenen:
1. Strategie und Konzeption
Wir analysieren, wie Ihr Unternehmen heute mit Kunden interagiert und wie KI-Assistenten künftig in diesen Prozess eingebunden werden können. Gemeinsam entwickeln wir Ihr ARM-Zielbild, von der Datenstrategie bis zur Prozessautomatisierung.
2. Technologie und Integration
Unsere Teams implementieren Lösungen gemeinsam mit Partnern wie BSI und Microsoft, integrieren Schnittstellen für KI-Assistenten und stellen sicher, dass Daten, Prozesse und Sicherheitsanforderungen (z. B. DSGVO, EU AI Act) eingehalten werden.
3. KI- und Datenkompetenz
Wir bringen KI-Expertise ein, um intelligente Automatisierung, Next-Best-Action-Empfehlungen und Agent-basierte Kommunikation zu ermöglichen. So entsteht eine zukunftsfähige, lernende CRM-Landschaft, die sich an Kunden wie an ihre digitalen Stellvertreter anpasst.
Unternehmen, die frühzeitig handeln, sichern sich Vorteile. Erfolgreiche ARM-Projekte starten mit konkreten Pilotfällen, wie der automatisierten Beantwortung von KI-Anfragen im Service, personalisierten Produktempfehlungen oder einer strukturierten Datenbereitstellung. Über diese Pilotprojekte entsteht Schritt für Schritt ein B2A-Ökosystem, in dem Unternehmen, Kunden und KI-Assistenten effizient zusammenarbeiten.
Agent Relationship Management erweitert den CRM-Gedanken um eine neue Dimension. Während früher der Mensch im Zentrum stand, tritt heute ein weiteres „Beziehungswesen“ hinzu, der persönliche KI-Assistent. Unternehmen, die ARM strategisch angehen, schaffen nicht nur effizientere Abläufe, sondern sichern sich auch Relevanz in einer zunehmend KI-vermittelten Welt.
Wer kennt das nicht: In Websites sind Kontaktformulare eingebettet. Werden sie von Interessenten und Bestandskunden genutzt, erhält eine zentrale E-Mailadresse eine Info. Der E-Mailempfänger verteilt die E-Mail dann weiter, bestenfalls wird sie irgendwann im CRM-System erfasst. Wir zeigen, dass es eleganter geht.
BSI CX bietet alternativ auch eigene Landingpages, die in Customer Journeys eingebettet werden – die Demo zeigt, dass darüber hinaus weitere Datenquellen sehr einfach integriert werden können.
Folgende Systemkomponenten wurden genutzt:
Für den Datenschutz wichtig: Die Daten werden im TYPO3 nicht länger vorgehalten, sie werden ausschließlich in der BSI Customer Suite verwaltet.
Danke an toco3 für die TYPO3-seitige Unterstützung!