Ein Interview mit Dr. Rebekka Schlichte, SAFe®-Trainerin und Beraterin für agile Transformationen bei Consileon.
Wer heute ein Steuergerät, eine Fahrzeugplattform oder eine Produktionsmaschine entwickelt, arbeitet in Wirklichkeit an zwei Produkten gleichzeitig, einem physischen und einem softwarebasierten. Der Softwareanteil an den Entwicklungskosten liegt bei modernen Steuergeräten und mechatronischen Systemen mittlerweile mehr als 50 Prozent, doch die Planungslogik in vielen Entwicklungsorganisationen stammt noch aus einer Zeit, in der Hardware und Software getrennt entwickelt wurden.
Diese Lücke lässt sich nicht einfach mit Methoden aus der IT schließen. Ein Steuergerät durchläuft Werkzeugbau, Musterbau und Freigabeprüfungen nach Normen wie ISO 26262 oder Automotive SPICE, lange bevor es in Serie geht, während parallel entwickelte Software in deutlich kürzeren Zyklen aktualisiert wird. Genau an dieser Schnittstelle setzt das Skalierungsframework SAFe® für Hardware an. Es übersetzt agile Prinzipien so, dass sie zu den tatsächlichen Entwicklungszyklen, Lieferketten und regulatorischen Anforderungen physischer Produkte passen, statt sie unverändert zu kopieren.
Dr. Rebekka Schlichte kennt diese Übersetzungsarbeit aus zahlreichen Trainings und Beratungsprojekten. Als SAFe®-Trainerin und Beraterin bei Consileon begleitet sie Entwicklungsleiter, Systemingenieure und technische Führungskräfte aus der Automobilindustrie, von Zulieferern sowie aus dem Maschinen- und Anlagenbau dabei, ihre Entwicklungsprozesse über Mechanik, Elektronik und eingebettete Software hinweg neu aufzustellen. Im Interview erklärt sie, warum klassische agile Trainings hier zu kurz greifen, welche Fehler Unternehmen häufig machen und wie das SAFe® for Hardware Training der Consileon Academy Teams konkret weiterbringt.
Agilität in der Hardwareentwicklung ist jetzt so drängend, weil sich alles beschleunigt. Der Softwareanteil ist enorm gestiegen, Kunden erwarten Updates in schnellen Zyklen, während die Hardwareentwicklung weiterhin längere Entwicklungs- und Absicherungsphasen durchläuft. Gleichzeitig drängen softwaregetriebene Wettbewerber mit viel kürzeren Innovationszyklen auf den Markt. Viele dieser Unternehmen starten mit weniger historisch gewachsenen Prozessen und können deshalb Veränderungen schneller umsetzen. Hinzu kommt, dass KI die Produktentwicklung zusätzlich beschleunigt. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, neue KI-gestützte Möglichkeiten sinnvoll in bestehende Entwicklungsprozesse zu integrieren, ohne dabei Qualitäts- und Compliance-Anforderungen zu vernachlässigen.
Wer heute Hardware- und Softwareentwicklung nicht synchronisiert, verliert an Geschwindigkeit und damit langfristig auch an Wettbewerbsfähigkeit. Qualitäts- und Compliance-Anforderungen wie ISO-Normen ändern daran nichts. Sie sind feste Rahmenbedingungen der Entwicklung und müssen von Anfang an berücksichtigt werden. Agilität steht dazu nicht im Widerspruch, sondern hilft dabei, diese Anforderungen effizienter in den Entwicklungsprozess zu integrieren.
Der größte Unterschied ist, dass die Hardwareentwicklung deutlich längere physische Entwicklungszyklen hat. Von diesen darf man sich aber nicht ausbremsen lassen. Entscheidend ist, in allen Planungshorizonten möglichst früh Zwischenstufen-Tests und Feedbackschleifen einzubauen. Digitale Zwillinge, Software-in-the-Loop oder Hardware-in-the-Loop helfen dabei, Rückmeldungen und Risiken sichtbar zu machen, bevor sie im physischen Produkt auftreten. Zunehmend kommen dabei auch KI-gestützte Analysen zum Einsatz. Diese können unterstützen, große Mengen von Test- und Sensordaten auszuwerten, Auffälligkeiten früher zu erkennen und helfen so, fundiertere Entwicklungsentscheidungen zu treffen.
Gleichzeitig müssen Mechanik, Elektronik und Embedded Software enger zusammenarbeiten als in vielen klassischen Organisationen. Deshalb geht es nicht darum, eine Methode aus der Softwareentwicklung einfach zu kopieren, sondern agile Prinzipien so an die Entwicklungsrealität anzupassen, dass sie für physische Produkte funktionieren.
Unternehmen kommen mit ähnlichen Herausforderungen auf uns zu. Die Entwicklungszyklen sind lang, der Wettbewerbsdruck steigt und die Qualitätssicherung führt häufig zu späten Erkenntnissen und aufwendigen Nacharbeiten. Besonders langwierige Änderungsprozesse und die Abstimmung zwischen unterschiedlichen Fachbereichen werden oft als Bremsfaktoren wahrgenommen.
Gleichzeitig herrscht die Sorge, dass eine agile Transformation zunächst Produktivität kostet. Hinzu kommt, dass die Zusammenarbeit zwischen Mechanik, Elektronik und Embedded Software häufig bereits heute herausfordernd ist. Viele Unternehmen fragen sich, wie bestehende Silos aufgebrochen werden können, ohne weitere Reibungsverluste zu erzeugen.
Außerdem wird oft ein Verlust von Struktur und Kontrolle befürchtet oder versucht, Methoden aus der Softwareentwicklung 1:1 unverändert zu übernehmen. Erfolgreich wird eine Transformation aber dann, wenn sie mit Augenmaß an die jeweilige Entwicklungsumgebung angepasst wird.
Der häufigste Fehler ist, dass agile Methoden lediglich über bestehende Prozesse gelegt werden. Teams führen zusätzliche Meetings ein und sprechen plötzlich von Sprints oder Reviews, arbeiten inhaltlich aber genauso weiter wie zuvor. Die bisherigen Abstimmungs- und Freigaberunden bleiben bestehen, sodass häufig mehr Reibung entsteht als vorher.
Ein weiteres Problem ist, dass bestehende Silos zwischen Mechanik, Elektronik und Embedded Software unangetastet bleiben. Die Fachbereiche optimieren weiterhin lokal, anstatt gemeinsam auf den Systemerfolg hinzuarbeiten. Erfolgreiche Produktentwicklung erfordert jedoch gemeinsame Planungshorizonte und eine enge Abstimmung über Disziplingrenzen hinweg. Die Fachbereiche sollten nicht nur parallel arbeiten, sondern gemeinsam planen, priorisieren und Entscheidungen treffen. Bleiben die Silos bestehen, wird häufig weiterhin lokal optimiert, anstatt den Gesamterfolg des Systems in den Mittelpunkt zu stellen.
Außerdem wird häufig unterschätzt, wie viel Veränderungsbegleitung notwendig ist. Führungskräfte müssen verstehen, wie sich ihre Rolle verändert, und Mitarbeitende benötigen Zeit, um neue Arbeitsweisen auszuprobieren und Sicherheit darin aufzubauen. Es reicht leider nicht, ein Training durchzuführen. Die eigentliche Arbeit beginnt erst danach, wenn die neuen Arbeitsweisen im Alltag verankert werden sollen.
Ein erfolgreicher Ansatz beginnt damit, agile Prinzipien an die konkrete Entwicklungsrealität anzupassen.
Wichtig ist außerdem, möglichst früh Feedbackschleifen einzubauen und digitale Möglichkeiten wie Digitale Zwillinge oder Hardware-in-the-Loop zu nutzen. Dadurch werden Risiken früher sichtbar und notwendige Anpassungen können deutlich früher vorgenommen werden. Daneben lohnt es sich, den Einsatz von Künstlicher Intelligenz früh mitzudenken. KI kann Entwicklungsorganisationen beispielsweise bei Dokumentation, Analyseaufgaben oder der Auswertung großer Datenmengen unterstützen und so Freiräume für Innovation und technische Entscheidungen schaffen.
Gleichzeitig müssen feste Rahmenbedingungen wie Qualitäts- und Compliance-Anforderungen von Anfang an berücksichtigt werden. Agilität bedeutet nicht, diese Vorgaben zu umgehen, sondern sie wirksam in die Entwicklung zu integrieren.
Ebenso wichtig ist die kulturelle Seite. Teams müssen lernen, früh Erfahrungen zu sammeln, schnell zu lernen und Fehler als Erkenntnisquelle zu nutzen. Nicht das Vermeiden von Fehlern führt zum Erfolg, sondern das frühe Erkennen und Beheben von Problemen.
Wir unterstützen Unternehmen von der ersten Standortbestimmung bis zur nachhaltigen Verankerung neuer Arbeitsweisen. Häufig starten wir mit einem Executive Workshop, um gemeinsam die Ausgangssituation zu analysieren und die relevanten Handlungsfelder zu identifizieren.
Anschließend begleiten wir die Einführung und Weiterentwicklung agiler Arbeitsweisen, unterstützen beim Aufbau von Agile Release Trains und passen die Frameworks an die konkrete Entwicklungsumgebung des Unternehmens an.
Unsere Zertifizierungstrainings, beispielsweise SAFe® for Hardware, bieten wir bewusst in kleinen Gruppen an, um ausreichend Raum für die individuellen Herausforderungen der Teilnehmer zu schaffen. Ergänzt wird dies durch Coaching, Sparring und die Begleitung von Führungskräften und Teams bei der praktischen Umsetzung.
Das Training ist meist der Einstieg, aber bei weitem nicht das Ende. Die eigentliche Veränderung beginnt erst nach dem Training, wenn neue Arbeitsweisen im Projektalltag angewendet, angepasst und kontinuierlich verbessert werden. Deshalb begleiten wir Unternehmen häufig bei der praktischen Umsetzung, beim Aufbau und der Skalierung von Agile Release Trains sowie durch Coaching und Sparring für Teams und Führungskräfte.
Darüber hinaus unterstützen wir Unternehmen dabei, Künstliche Intelligenz sinnvoll in ihre Entwicklungsorganisation zu integrieren. Nachdem viele Unternehmen erste Anwendungsfälle erfolgreich umgesetzt haben, steht heute zunehmend die Frage im Mittelpunkt, wie KI dauerhaft in Prozesse, Zusammenarbeit und Entscheidungsabläufe eingebunden werden kann. Weiterhin übernehmen wir bei Bedarf auch punktuell einzelne Rollen, bis das Unternehmen diese selbstständig ausfüllen kann.
Mein wichtigster Rat ist, nicht mit dem Framework zu starten, sondern mit der eigenen Entwicklungsrealität. Bevor man über Rollen, Meetings oder Planungsrhythmen spricht, sollte man verstehen, wo die größten Reibungsverluste entstehen. Sind es lange Freigabeprozesse, späte Testerkenntnisse, fehlende Abstimmung zwischen Fachbereichen oder aufwendige Änderungsprozesse? Außerdem würde ich empfehlen, nicht die gesamte Organisation auf einmal umzustellen.
Entscheidend ist, mit Augenmaß vorzugehen und den Ansatz passend zur jeweiligen Entwicklungsumgebung auszuwählen. Erfolgreiche Veränderungen beginnen meist in einem überschaubaren Bereich, in dem Erfahrungen gesammelt und neue Arbeitsweisen erprobt werden können. Und schließlich sollte man akzeptieren, dass Lernen und somit Fehler machen zum Veränderungsprozess gehört. Frühe Tests und häufige Feedbackschleifen machen Probleme sichtbarer. Das kann am Anfang ungewohnt sein. Langfristig ist genau das aber der Schlüssel, um schneller zu lernen, Risiken früher zu erkennen und die Entwicklungsleistung nachhaltig zu verbessern.
Consileon begleitet Automobilhersteller, Zulieferer sowie Maschinen- und Anlagenbauer dabei, agile Prinzipien wirksam auf die physische Produktentwicklung zu übertragen. Das Leistungsportfolio reicht von der zertifizierten Qualifizierung im SAFe® for Hardware Training über die Synchronisierung von Hardware- und Softwareentwicklung bis zur KI-gestützten Entlastung von administrativen Aufgaben in der Entwicklungsorganisation. Ergänzt wird dieses Angebot durch strategische Beratung, agiles Coaching und die Besetzung agiler Rollen für Automotive und Industrie.
Ein kaufmännischer Direktor eines Krankenhauses hat gerade ein KI-Projekt durchgerechnet, das Dokumentationszeit spart und sich innerhalb weniger Monate amortisieren würde. Die Wirtschaftlichkeit stimmt, die Fachabteilung ist überzeugt. Dann meldet der Datenschutzbeauftragte Bedenken an und die Investitionsentscheidung landet auf unbestimmte Zeit in der Warteschleife. Genau in dieser Situation zeigt lokale KI im Krankenhaus ihren Wert: Sie löst das Datenschutzproblem an der Wurzel, bevor es zum Investitionsrisiko wird.
Der Grund ist fast immer derselbe: Die KI läuft in der Cloud. Und sobald Gesundheitsdaten das Krankenhaus verlassen, greifen Art. 9 DSGVO und die ärztliche Schweigepflicht nach § 203 StGB in voller Härte. Es braucht einen Auftragsverarbeitungsvertrag, ein C5-Testat für den Cloud-Anbieter und Klarheit über den Serverstandort. [1] Für viele IT-Abteilungen im Krankenhaus ist genau das der Punkt, an dem ein eigentlich vielversprechendes Projekt scheitert. Der Grund ist nicht die Qualität oder Verfügbarkeit der Technologie, sondern der administrative und rechtliche Rahmen.
Im Gesundheitswesen kommt ein Faktor hinzu, der sich nicht in Paragrafen fassen lässt: ein grundsätzlich sensibler Umgang mit Patientendaten, der tief in der Berufskultur verankert ist. Selbst wenn Auftragsverarbeitungsvertrag, C5-Testat und Serverstandort formal geklärt sind, bleibt bei vielen Ärzten ein ungutes Gefühl zurück, sobald Patientendaten das eigene Haus verlassen. Dieses Unbehagen ist kein Zeichen von Überängstlichkeit, sondern Ausdruck eines Vertrauensverhältnisses, das der Beruf seit jeher verlangt. Eine Lösung, bei der Daten das Krankenhaus erst gar nicht verlassen, nimmt genau dieses Gefühl ernst, unabhängig davon, wie wasserdicht die vertragliche Absicherung einer Cloud-Lösung im Zweifel wäre.
Das Problem liegt nicht bei einzelnen Anbietern oder schlechten Verträgen, sondern in der Architektur selbst. Cloud-KI schickt Anfragen an Rechenzentren, die meist von US-amerikanischen Konzernen betrieben werden. [3] Damit entsteht automatisch eine Kette von Abhängigkeiten: von einer stabilen Internetverbindung, von der Cloud-Verfügbarkeit des Anbieters, von dessen Preisgestaltung pro Anfrage und nicht zuletzt von dessen Entscheidungen über Modellversionen und Updates, auf die das Krankenhaus keinen Einfluss hat.
Für Gesundheitsdaten kommt erschwerend hinzu, dass jede Cloud-Anbindung eine zusätzliche Angriffsfläche für Cyberattacken darstellt. Gerade Krankenhäuser sind für Angreifer ein besonders lohnendes Ziel, weil Patientendaten hochsensibel und Systeme oft unter chronischem IT-Ressourcenmangel betrieben werden. Jede zusätzliche Schnittstelle nach außen vergrößert dieses Risiko.
Hinzu kommt der EU AI-Act. Er verlangt von Krankenhäusern als Betreiber von KI-Systemen Nachweise über Trainingsdaten, Entscheidungslogik und Monitoring, gestaffelt nach der Risikoklasse des jeweiligen Systems. [7] Bei einer Cloud-Lösung, deren Innenleben man nicht kontrolliert, ist das deutlich schwerer zu belegen als bei einem System, das vollständig im eigenen Haus läuft. Das strukturelle Dilemma lautet also: Genau die leistungsstarken KI-Modelle, die den größten Mehrwert versprechen, sind aus regulatorischer Sicht am schwersten zu rechtfertigen.
Für die Verwaltungsleitung kommt eine persönliche Dimension hinzu. Setzt ein Krankenhaus eine unzureichend geprüfte KI-Lösung ein, kann das als Organisationsverschulden gewertet werden, mit Haftungsfolgen für die Geschäftsführung selbst. [2] Auch die NIS-2-Richtlinie verschärft diese persönliche Verantwortung zusätzlich. Eine Lösung, die Daten von vornherein im Haus hält und deren Funktionsweise vollständig dokumentierbar ist, reduziert dieses Haftungsrisiko spürbar, nicht nur das Risiko für die Patientendaten selbst.
Lokale KI im Krankenhaus bedeutet, dass ein KI-Modell direkt auf einem Gerät in der Klinik läuft, ohne Anbindung an ein externes Rechenzentrum. Der entscheidende Unterschied zur Cloud-KI liegt dabei nicht in der Geschwindigkeit, sondern in der regulatorischen Eleganz: Läuft das Modell direkt auf einem Gerät im Krankenhaus, verlassen die Daten das Haus schlichtweg nicht. Damit entschärfen sich die Anforderungen aus Art. 9 DSGVO und § 203 StGB von selbst, weil der Grund für ihre Verschärfung, die Datenweitergabe an Dritte, gar nicht erst entsteht. Ein Auftragsverarbeitungsvertrag wird überflüssig, ein C5-Testat ebenso, die Frage nach dem Serverstandort stellt sich nicht mehr.
Möglich wird das durch eine neue Generation von Prozessoren, die CPU, Grafikeinheit und einen dedizierten KI-Beschleuniger auf einem Chip vereinen und dabei auf einen gemeinsamen Arbeitsspeicher von bis zu 128 Gigabyte zugreifen können. [4] Diese Architektur ermöglicht es, Sprachmodelle mit bis zu 200 Milliarden Parametern vollständig lokal und in Echtzeit zu betreiben, ganz ohne Cloud-Anbindung. [5] Seit 2025/26 ist diese Technik serienreif und findet sich bereits in Business-Notebooks und kompakten Desktop-Geräten führender Hersteller.
Ein offenes Modell wie GPT-OSS-120B zeigt, was damit möglich ist: Im medizinischen Testverfahren HealthBench erreicht es Werte nahe an denen deutlich größerer, ausschließlich cloudbasierter Modelle und liegt spürbar vor älteren Generationen wie GPT-4o. [6] Für hochspezialisierte Forschungsfragen mögen die größten Cloud-Modelle noch die Nase vorn haben. Für die konkreten Anwendungsfälle im Krankenhausalltag reicht die Leistungsfähigkeit lokaler Modelle heute in aller Regel völlig aus.
Im direkten Vergleich wird der Unterschied zwischen beiden Ansätzen greifbar:
| Dimension | Cloud-KI | Lokale KI |
|---|---|---|
| Datenschutz | Art. 9 DSGVO und § 203 StGB greifen voll, AV-Vertrag und C5-Testat nötig | Daten verlassen das Haus nicht, Anforderungen entschärfen sich strukturell |
| Haftung der Geschäftsführung | Organisationsverschulden möglich, wenn Prüfung unzureichend war | Geringeres Haftungsrisiko durch volle Kontrolle und Dokumentierbarkeit |
| Regulatorik (EU AI-Act) | Nachweise über Trainingsdaten und Monitoring schwer belegbar | Transparenz- und Dokumentationspflichten leichter erfüllbar |
| Kosten | Laufende Cloud- und Token-Kosten pro Anfrage | Einmalige, klar kalkulierbare Investition |
| Verfügbarkeit | Abhängig von stabiler Internetverbindung und Anbieter-Verfügbarkeit | Läuft offline, unabhängig von externer Anbindung |
| Kontrolle über Modell | Keine Kontrolle über Modellversion und Updates des Anbieters | Volle Kontrolle über Modell, Version und Update-Zeitpunkt |
| Angriffsfläche | Zusätzliche Angriffsvektoren durch Cloud-Anbindung | Reduzierte Angriffsfläche durch Kapselung im Haus |
| Ausfallsicherheit | Internetzugang, Provider-Risiko | Lokale Verfügbarkeit ist sichergestellt |
Wo lohnt sich der Umstieg auf lokale KI konkret? Fünf Anwendungsfälle stechen hervor:
Der Umstieg auf lokale KI ist kein Alles-oder-Nichts-Entscheid und lässt sich als planbare Investition steuern. Sinnvoll ist ein gestufter Einstieg: Zunächst ein oder zwei der oben genannten Anwendungsfälle in einer Abteilung pilotieren, Erfahrungen sammeln und anschließend mit überschaubarem Budgetrisiko skalieren. Anders als bei Cloud-Lösungen mit laufenden Kosten pro Anfrage lässt sich der Invest bei lokaler KI als einmalige, klar kalkulierbare Ausgabe planen, ein Vorteil, der sich in jeder Wirtschaftlichkeitsrechnung bemerkbar macht. Wichtig ist dabei, die IT-Abteilung von Anfang an einzubinden, damit keine unkontrollierte Schatten-KI entsteht, die dieselben Haftungsrisiken durch die Hintertür wieder hereinholt, die man mit der lokalen Lösung eigentlich vermeiden wollte.
Ebenso wichtig ist eine ehrliche Erwartungssteuerung im Personalbereich. Lokale KI ersetzt keine ärztliche Entscheidung, sie entlastet bei Dokumentation, Übersetzung und Recherche. Wer das von Anfang an klar kommuniziert, vermeidet Enttäuschungen und erhöht die Akzeptanz im Team.
Cloud-KI und Gesundheitsdatenschutz passen strukturell nicht gut zusammen, das zeigt sich immer wieder in der Praxis. Lokale KI-Systeme lösen genau dieses Dilemma auf, ohne auf die Vorteile moderner Sprachmodelle verzichten zu müssen. Für die zentralen Anwendungsfälle im Krankenhausalltag, von der Dokumentation bis zur Pseudonymisierung, ist die Technologie heute bereits ausgereift genug, um echten Mehrwert zu schaffen und gleichzeitig regulatorisch auf der sicheren Seite zu bleiben.
Welcher dieser Anwendungsfälle für Ihr Haus den größten Hebel bietet, hängt von der individuellen Ausgangslage ab, von der IT-Infrastruktur bis zur Belastung einzelner Abteilungen. Lassen Sie uns gemeinsam herausfinden, wo Ihr Krankenhaus am dringendsten entlastet werden muss, und wie sich lokale KI dort konkret einsetzen lässt.
[2] datenschutz notizen (24.03.2026): KI-Systeme im Krankenhaus – Betreiberpflichten und Haftungsfragen.
[3] Kiteworks (Mai 2026): Herausforderungen bei KI-Datengovernance im Gesundheitswesen.
[4] AMD: Ryzen AI Halo – Produktspezifikationen (NPU-Leistung, Unified Memory).
[5] StorageReview: AMD Ryzen AI Halo Review – A Dual-OS, 200B-Parameter Desktop.
[6] OpenAI: gpt-oss-120b & gpt-oss-20b Model Card, Abschnitt HealthBench.
Ein Krankenhausaufenthalt oder ein Rettungseinsatz gehören zu den Momenten, die Kindern besonders viel abverlangen: unbekannte Räume, fremde Gesichter, ungewohnte Geräusche. Genau in solchen Situationen möchten wir da sein, mit etwas ganz Einfachem, das trotzdem viel bewirken kann: einem Teddybären zum Festhalten. Deshalb engagieren wir uns auch in diesem Jahr wieder gemeinsam mit der Kinderhilfe Diekholzen und unterstützen mit unserer Teddybärenspende Kinder und Familien in herausfordernden Situationen.
Im Rahmen unserer Teddybärenspende spenden wir insgesamt 200 Trösteteddys. Die Plüschtiere wurden speziell für den Einsatz im Klinik- und Rettungsalltag entwickelt. Sie sind fusselfrei, ungiftig, technisch geprüft und aus hygienischen Gründen einzeln in Folie verpackt. In ungewohnten Situationen können sie Kindern Sicherheit geben und den ersten Kontakt mit Pflege- und Rettungskräften erleichtern.
Besonders freut es uns, dass wir in diesem Jahr gleich zwei Partner unterstützen konnten: Insgesamt haben wir 200 Trösteteddys übergeben:


Auf der Kinderstation werden sie künftig an junge Patienten ausgegeben; beim DRK begleiten sie Einsätze mit Kindern und helfen dabei, den ersten Moment in einer ungewohnten Situation ein Stück leichter zu machen.
Für uns ist diese Spende weit mehr als eine einmalige Aktion: Mit ihr setzen wir unser soziales Engagement in der Region auch in diesem Jahr bewusst fort. Gemeinsam mit unseren Partnern vor Ort möchten wir dazu beitragen, dass sich Kinder in schwierigen Momenten ein wenig weniger allein fühlen.
Wir bedanken uns herzlich bei der Kinderhilfe Diekholzen für diese tolle Aktion und die Verleihung der Spendenurkunde.
Karlsruhe, 15. Juli 2026. Das Handelsblatt Research Institute (HRI) hat Consileon erneut im Ranking „Beste Unternehmensberater“ ausgezeichnet. Die Management- und IT-Beratung erhielt die Auszeichnung 2026 in den Kategorien Automobilindustrie, Banken & Finanzdienstleister, Cybersecurity, Digitalisierung, Öffentlicher Sektor & Infrastruktur sowie Versicherungen.
Ebenfalls ausgezeichnet wurde Q-SOFT, ein Unternehmen der Consileon-Gruppe, das sich auf ERP-Lösungen für die Abfallwirtschaft und Cybersecurity fokussiert. Q-SOFT erhielt die Auszeichnung in den Kategorien Cybersecurity sowie Öffentlicher Sektor & Infrastruktur.
Grundlage des Rankings ist eine Befragung des Handelsblatt Research Institute unter mehr als 16.500 Beratern aus rund 500 Beratungsunternehmen. Die Befragten bewerten, welche Consultingfirmen sie in den jeweiligen Beratungsbereichen und Branchen für die renommiertesten halten. Eigenbewertungen und Stimmenkartelle sind methodisch ausgeschlossen. Die Auszeichnung beruht damit auf der Einschätzung von Branchenkennern und Wettbewerbern.
Die ausgezeichneten Kategorien spiegeln die Beratungsschwerpunkte der Consileon-Gruppe wider. Als Management- und IT-Beratung begleitet Consileon Kunden aus der Finanzwirtschaft, der Automobilindustrie und dem öffentlichen Sektor bei Digitalisierungs- und Transformationsvorhaben, von der Strategieentwicklung bis zur technischen Umsetzung. Cybersecurity und die Digitalisierung des öffentlichen Sektors gehören zu den Kernfeldern von Q-SOFT.
Über das Handelsblatt Research Institute: Das Handelsblatt Research Institute (HRI) ist ein unabhängiges wirtschaftswissenschaftliches Forschungsinstitut unter dem Dach der Handelsblatt Media Group mit Sitz in Düsseldorf. Seit 2013 verbindet das Institut ökonomische Kompetenz und journalistisches Themenverständnis und erstellt Studien, Reports und Rankings, darunter das jährliche Ranking der besten Unternehmensberatungen.

Rosenberger-OSI ist ein international tätiger Experte für glasfaserbasierte Verbindungstechnik, Verkabelungslösungen und Infrastruktur-Services in den Bereichen Rechenzentren, Lokale Netzwerke, Mobilfunknetze und Industrielle Anwendungen.
Das eingesetzte CRM-System aurea.CRM erfüllte technisch seinen Zweck, doch im Alltag blieb es weitgehend ungenutzt. Vertrieb, Backoffice und Marketing arbeiteten überwiegend an ihm vorbei. Die Konsequenz waren fehlende Datenbasis, ineffiziente Prozesse und kein gemeinsames Bild vom Kunden. Ein Neustart musste her.
Rosenberger-OSI wollte aurea.CRM durch eine zukunftsfähige Lösung ablösen, die von den Mitarbeitern auch wirklich angenommen wird. Ziel war die Einführung von Microsoft Dynamics 365 Sales als gemeinsame Plattform für Vertrieb, Backoffice und Marketing. Dabei sollte die neue Lösung nahtlos in die bestehende ERP-Lösung sowie das Lead-Management-Tool integriert werden, um Datensilos dauerhaft zu überwinden und eine einheitliche Sicht auf Kunden und Interessenten zu schaffen. Auf dieser Grundlage sollten Prozesse vereinheitlicht, die Zusammenarbeit zwischen den Bereichen verbessert und die Voraussetzungen für ein proaktives, datengetriebenes Vertriebsmanagement geschaffen werden.
Im Fokus stand nicht nur die technische Migration, sondern die Verschlankung und Vereinfachung der CRM-Prozesse. Das Projekt wurde agil in zwei Phasen umgesetzt. In der POC-Phase wurden das Grundgerüst aufgebaut, Anforderungen frühzeitig validiert und Risiken gezielt minimiert. So konnte das Team ein gemeinsames Verständnis der Lösung entwickeln. In der anschließenden Ausbau- und Migrationsphase wurden die Funktionalitäten schrittweise erweitert, die Daten vollständig aus aurea.CRM migriert und der Go-Live erfolgreich durchgeführt.

Trotz der Komplexität der Migration lag die kombinierte Entwicklungs- und Implementierungszeit bei unter drei Monaten. Nach dem Go-Live konnte die Nutzungsrate des CRM-Systems deutlich gesteigert werden und die Benutzerzufriedenheit verbesserte sich messbar gegenüber dem abgelösten System – ein klarer Indikator für die hohe Akzeptanz der neuen Lösung. Dank dem neuen Lead-Management-Tool steht dem Vertrieb erstmals eine durchgängige Datenbasis vom Lead bis zum Abschluss zur Verfügung. Damit wurde die Grundlage für ein effizientes und proaktives Vertriebsmanagement geschaffen.
Entscheidend für den Projekterfolg war die konsequente Einbindung der Fachabteilungen von Beginn an. So konnten Anforderungen aus Vertrieb, Backoffice und Marketing praxisnah erfasst und zügig umgesetzt werden. Ebenso ausschlaggebend war das tiefe Vorwissen von Consileon über aurea.CRM: Bestehende Prozesse wurden gezielt auf die neue Plattform übertragen, ohne Wissensverlust und mit deutlich verkürzter Einarbeitungszeit.
Mit der erfolgreichen Einführung von Microsoft Dynamics 365 Sales ist für Rosenberger-OSI der Grundstein für eine moderne, zukunftsfähige Vertriebsarbeit gelegt. Das Unternehmen plant, die Plattform schrittweise um weitere Funktionen auszubauen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Einführung von KI-Agents, die den Vertrieb künftig gezielt unterstützen und die Effizienz im Tagesgeschäft weiter steigern sollen.
Auch 2026 war die Tour Eucor wieder ein besonderes Erlebnis: Vom 22. bis 27. Juni machten sich rund 120 Teilnehmer aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz auf den Weg, um die Oberrheinregion auf zwei Rädern zu erkunden. Die Tour verband sportliche Herausforderung mit interkulturellem Austausch und zeigte einmal mehr, wie lebendig europäische Zusammenarbeit sein kann.
Studenten, Absolventen, Lehrkräfte, Universitätsmitarbeiter sowie Alumni der fünf Eucor-Universitäten traten gemeinsam in die Pedale. Dabei standen nicht nur Kilometer und Höhenmeter im Mittelpunkt, sondern vor allem Begegnungen, Gespräche und neue Freundschaften über Ländergrenzen hinweg.
Die Route führte auch in diesem Jahr von Karlsruhe über Straßburg, Mulhouse, Basel und Freiburg zurück nach Karlsruhe. Damit verband die Tour erneut alle fünf Eucor Städte auf eindrucksvolle Weise. Je nach gewählter Etappe legten die Teilnehmer zwischen 600 und 900 Kilometern zurück.
Die Etappen verliefen entlang des malerischen Rheins, durch Städte sowie über anspruchsvolle Anstiege in den Vogesen, im Jura und im Schwarzwald. Besonders ambitionierte Teilnehmer konnten sich an bekannten Bergen wie dem Grand Ballon oder dem Schauinsland messen. Gleichzeitig boten die verschiedenen Streckenvarianten die Möglichkeit, ein gemäßigteres Tempo zu wählen und die Landschaft sowie die besondere Atmosphäre entlang der Route zu genießen.
Ein besonderes Merkmal der Tour ist die Möglichkeit, täglich zwischen verschiedenen Gruppen und Schwierigkeitsgraden zu wählen. So kann jeden Morgen die Gruppe gewählt werden, die am besten zur eigenen Kondition und zum persönlichen Anspruch passt. Denn im Vordergrund steht vor allem eines: Die Tour soll Menschen zusammenbringen, unabhängig von ihrer sportlichen Leistung und ihren individuellen Voraussetzungen, egal ob mit Rennrad, Mountainbike oder Trekkingrad.
Ein gemeinsames Mittagessen und organisierte Verpflegungsstopps entlang der Strecke gehören als fester Bestandteil dazu und bieten auch abseits des Sports Raum für wertvollen Austausch.
Als langjähriger Förderer war Consileon auch 2026 wieder mit Stolz als Sponsor der Tour Eucor vertreten. Wir unterstützen diese Initiative mit Überzeugung, weil sie für das steht, was uns ausmacht: Austausch, Vielfalt, Zusammenhalt und grenzüberschreitendes Miteinander. Nicht zuletzt verbindet uns mit der Tour die Begeisterung fürs Radfahren, denn in der Consileon-Familie gibt es ebenfalls einige ambitionierte Radsportler.
Über Eucor – The European Campus
Die Eucor vereint Hochschulen aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz: das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), die Universitäten Basel, Freiburg, Haute-Alsace und Strasbourg. Bei der Tour treffen Menschen aus verschiedenen Ländern, Disziplinen und Altersgruppen aufeinander – vereint durch ihre Begeisterung fürs Radfahren und ihren Wunsch, Europa aktiv zu erfahren. Mehr erfahren
Bildquelle: KIT – Karlsruher Institut für Technologie
Wer den digitalen Euro bislang als abstraktes EZB-Projekt abgetan hat, sollte den Kalender aufmachen. Im März 2026 veröffentlichte die Europäische Zentralbank den Call for Expression of Interest, die formelle Einladung an Zahlungsdienstleister, am Pilotprojekt teilzunehmen. Ab dem zweiten Halbjahr 2027 sollen erste echte Transaktionen unter realen Bedingungen stattfinden. Und sofern das EU-Gesetzgebungsverfahren noch in diesem Jahr abgeschlossen wird – was der Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europäischen Parlaments im Juni 2026 mit seiner Zustimmung zum Trilog deutlich wahrscheinlicher gemacht hat – ist die mögliche Erstausgabe für 2029 keine Prognose mehr, sondern ein realistischer Fahrplan.
Das bedeutet: Wer am Pilotprojekt teilnehmen will, muss spätestens Anfang 2027 technisch und organisatorisch bereit sein. Und wer das nicht will, sollte diese Entscheidung bewusst und begründet treffen, nicht durch Abwarten.
Der digitale Euro ist kein statisches Projekt. Wer den letzten EZB-Bericht vor zwei Jahren gelesen hat, kennt eine andere Welt. Die wichtigsten Entwicklungen der jüngsten Zeit:
Vorbereitungsphase abgeschlossen. Von November 2023 bis Oktober 2025 hat das Eurosystem ein Regelwerk entwickelt, Anbieter für die fünf Kernkomponenten der Digital Euro Service Platform (DESP) ausgewählt und über 70 Marktteilnehmer auf einer Innovationsplattform getestet. G+D, Nexi und Capgemini wurden für Offline-Zahlungen ausgewählt, equensWorldline für den Alias-Lookup. Das sind keine Konzepte mehr, das ist Infrastruktur.
Die DESP ist der neue Schlüsselbegriff. Die Digital Euro Service Platform stellt die zentralen Funktionen des digitalen Euro bereit: Tokenisierung, Alias-Lookup, Settlement-Layer und eine Referenz-App. Banken und Zahlungsdienstleister liefern Front- und Backend. Wer die DESP nicht kennt, kann keine sinnvolle Integrationsstrategie entwickeln.
Der Pilot wird konkret. Vier Use Cases stehen fest: P2P-Zahlungen per Alias (online), NFC-basierte Offline-Zahlungen, SoftPOS im stationären Handel und E-/M-Commerce. Geplant sind 15 bis 25 Händler und bis zu 10.000 Endnutzer – ein echtes System unter echten Bedingungen.
Die Kosten sind bezifferbar. Branchenstudien schätzen die Integrationskosten für den europäischen Bankensektor auf 4,0 bis 5,8 Milliarden Euro über vier Jahre. Das ist keine Zahl, die man mit Abwarten kleiner macht.
Die gute Nachricht zuerst: Geschäftsbanken bleiben zentrale Intermediäre. Kunden werden ihre digitalen Euro-Wallets nicht bei der EZB führen, sondern bei ihren Banken. Das schafft echte Chancen für Kontoführung, Mehrwertdienste, Kundenbindung und neue Produktangebote. Institute, die früh dabei sind, können diese Rolle gestalten. Wer zu spät kommt, übernimmt eine fertige Infrastruktur zu Bedingungen, die andere verhandelt haben.
Die Herausforderungen sind real. Die Einführung des digitalen Euro betrifft nicht nur die Zahlungsverkehrsabteilung. Kontenstruktur und Buchungslogiken im Core Banking müssen angepasst werden. Asset-Liability-Management und Intraday-Liquiditätssteuerung sind betroffen, weil Gelder schneller fließen. Compliance und Reporting brauchen neue Datenmodelle. Und die Wallet-Integration in Mobile- und Corporate-Banking-Kanäle ist eine eigenständige technische Aufgabe.
Und dann ist da der geopolitische Kontext. Mit dem Genius Act hat die USA im Juli 2025 Stablecoins reguliert und damit ihren globalen Einsatz erleichtert. Der digitale Euro ist Europas Antwort auf die wachsende Marktmacht von Visa, Mastercard, PayPal und künftig von US-Dollar-Stablecoins im europäischen Zahlungsverkehr.
Erfahrungen aus früheren Zahlungsverkehrstransformationen wie SEPA, ISO 20022, Instant Payments, zeigen ein wiederkehrendes Muster: Institute, die früh analysieren, verschaffen sich messbaren Vorsprung. Nicht nur bei der Compliance, sondern bei der Produktpositionierung und bei der Sicherung knapper Implementierungskapazitäten. Vier Handlungsfelder sind jetzt prioritär:
Rollenentscheidung treffen. Distributing PSP, Acquiring PSP oder beides? Diese Entscheidung bestimmt, welche DESP-Komponenten integriert werden müssen, wie der Business Case aussieht und welche Ressourcen benötigt werden. Sie sollte nicht im Herbst 2026 unter Zeitdruck fallen.
Impact-Analyse starten. Welche Systeme sind betroffen? Wo entstehen Integrationslücken zwischen interner Systemlandschaft und DESP? Welche regulatorischen Anforderungen aus dem Rulebook sind bereits planbar? Diese Fragen lassen sich nur mit strukturierter Analyse beantworten.
Pilotteilnahme bewusst entscheiden. Der Call for Expression of Interest läuft. Wer teilnehmen will, muss Zulassungskriterien erfüllen: Lizenzierung, technische und operationelle Voraussetzungen, geografische Abdeckung. Wer nicht teilnimmt, sollte diese Entscheidung aktiv kommunizieren – intern wie extern.
Kundenkommunikation vorbereiten. Studien zeigen anhaltende Skepsis in der Bevölkerung: Datenschutzbedenken, Angst vor Bargeldabschaffung, Misstrauen gegenüber staatlicher Kontrolle. Banken, die früh und transparent kommunizieren, können diese Narrative sachlich einordnen und Vertrauen aufbauen, bevor der Wettbewerb das Thema besetzt.
Der digitale Euro wird kommen. Die Frage ist nicht mehr ob, sondern unter welchen Bedingungen und mit welchem Vorsprung das eigene Institut dabei ist. 2027 ist das Testjahr. Wer in diesem Jahr zum ersten Mal ernsthaft über Integration nachdenkt, wird Mühe haben, die Kurve noch zu kriegen.
Die Transformation ist beherrschbar. Aber sie braucht Struktur, Priorisierung und den Mut, jetzt zu starten – auch wenn das Gesetzgebungsverfahren noch läuft und nicht alle Details final sind. Denn das war bei SEPA und ISO 20022 genauso. Und die Institute, die damals früh dabei waren, haben es nicht bereut.
Karlsruhe, 28. Juni 2026: Consileon Business Consultancy GmbH ist erneut in der Lünendonk-Liste „Führende mittelständische IT-Beratungs- und Systemintegrations-Unternehmen in Deutschland“ vertreten. Das unabhängige Ranking zählt zu den renommiertesten Marktanalysen der deutschen IT-Beratungsbranche und dokumentiert jährlich die Marktstellung der bedeutendsten mittelständischen Anbieter im deutschsprachigen Raum.
Mit Platz 21 bestätigt Consileon seine etablierte Präsenz im Wettbewerb der führenden IT-Beratungshäuser. Das Unternehmen beschäftigt aktuell 527 Mitarbeitende, davon 475 in Deutschland, und verzeichnet damit ein kontinuierliches Wachstum der Beratungskapazitäten gegenüber dem Vorjahr.
„Die Aufnahme in die Lünendonk-Liste ist für uns ein unabhängiger Beleg dafür, dass wir im Markt wahrgenommen werden und unsere Expertise nachhaltig positioniert ist. Wir freuen uns, erneut unter den führenden mittelständischen IT-Beratungsunternehmen in Deutschland vertreten zu sein.“ Dr. Jörg Schlösser, Mitglied der Geschäftsleitung, Consileon Business Consultancy GmbH.
Consileon berät Unternehmen aus Automotive, Financial Services, Gesundheitswesen und dem öffentlichen Sektor an der Schnittstelle von Business und IT. Der Fokus liegt auf regulatorischen Anforderungen, digitaler Transformation und der Modernisierung von Kernprozessen. Die Lünendonk-Listenpräsenz spiegelt diese Marktrelevanz wider und unterstreicht den Anspruch, Kunden mit tiefem Branchen- und Technologie-Know-how zu begleiten.
Die Lünendonk®-Studie „Führende mittelständische IT-Beratungs- und Systemintegrations-Unternehmen in Deutschland“ wird jährlich von der Lünendonk & Hossenfelder GmbH erhoben. Sie basiert auf umfangreichen Marktanalysen und Unternehmensbefragungen. Die vollständige Liste und weitere Informationen finden Sie hier.
Vom 29. September bis 2. Oktober sind unsere Kollegen der syracom live vor Ort in Frankfurt, um praxisnahe Einblicke zu teilen und über die Themen zu diskutieren, die die Finanzdienstleistungsbranche bewegen.
Die Sibos – das weltweit führende Event für Finanzdienstleistungen – findet in der Messe Frankfurt unter dem Motto „The next frontiers of global finance“ statt. Die Konferenz ruft Unternehmen dazu auf, Konnektivität, Interoperabilität und Resilienz zu stärken, um sich erfolgreich an die sich wandelnde Landschaft anzupassen.
Als langjähriger Branchenexperte begleitet syracom Banken und Finanzdienstleister seit vielen Jahren dabei, regulatorische Veränderungen zu meistern, den Zahlungsverkehr zu optimieren und zukunftsfähige Infrastrukturen aufzubauen.
Effizienzsteigerung im Zahlungsverkehr: Automatisieren Sie Nachforschungen, verkürzen Sie Bearbeitungszeiten für Interbankengebühren und optimieren Sie die Firmenkundenabrechnung – vollständig ISO-2002-ready und skalierbar. Mehr erfahren
Der Oktober 2025 rückt näher. Erfüllen Sie die verpflichtenden SEPA-Standards, sichern Sie reibungslose Abläufe und implementieren Sie rechtzeitig effiziente VoP-Prüfungen. Mehr erfahren
Die verlängerte SWIFT-CBPR+-Koexistenzphase bis November 2025 zeigt: Viele Banken sind noch nicht vollständig XML-nativ und stehen vor zahlreichen Herausforderungen. syracom unterstützt Sie mit erprobter Projektexpertise auf dem Weg zu vollumfänglichen ISO-nativen Abläufen. Mehr erfahren
Instant Payments und T+1-Abwicklung erhöhen die Anforderungen an das Liquiditätsmanagement. syracom hilft Banken, ihre bestehende Struktur zu analysieren und skalierbare, echtzeitfähige Lösungen zu entwickeln. Mehr erfahren
Die kommende europäische Digitalwährung wird Auswirkungen auf das Liquiditätsmanagement haben und kann Abflüsse von Einlagen beschleunigen. Banken sollten ihre Prozesse anpassen und Stabilität sichern.
Distributed-Ledger-Technologie ermöglicht schnellere Abwicklungen und effiziente Verwahrungslösungen, aber es fehlen Möglichkeiten zur Abwicklung des Cash Legs in Zentralbankgeld. Sprechen Sie mit den syracom-Experten direkt vor Ort über die jüngste Explorationsphase der EZB und deren zweigleisige Strategie für eine Interoperabilität zwischen DLTs und den TARGET-Services.
In Halle 3, Ebene 3.0, finden Sie syracom am Partnerstand mit Quad Solutions, Stand-Nr. DISL04. Vereinbaren Sie gerne im Vorfeld einen Termin mit unseren Kollegen auf dem Messestand!
Regulatorische Anforderungen wie DORA, CSRD, das Lieferkettengesetz oder der EU AI Act werden immer komplexer. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, Dokumentationspflichten effizient zu bewältigen und Compliance-Risiken frühzeitig zu erkennen.
Genau hier setzt generative KI an: Sie automatisiert repetitive Aufgaben, erleichtert Analysen und steigert die Effizienz von Compliance-Prozessen.
Trotz aller Vorteile gilt: KI kann Fehler machen. Unternehmen müssen sicherstellen, dass menschliche Kontrolle integraler Bestandteil des Compliance-Prozesses bleibt. Der Human-in-the-loop-Ansatz sorgt für maximale Zuverlässigkeit.
Mit dem Regulatorik Radar von Consileon und der Expertise unseres Partners Lighthouz AI unterstützen wir Compliance-Officer dabei, effiziente und verlässliche Prozesse umzusetzen.