Offline bezahlen im Blackout: Dänemark handelt, Deutschland wartet auf 2029

Am 19. Juli 2025 stand Dänemark für einige Stunden still. Ein Ausfall bei einem Zahlungsdienstleister legte die Kartenzahlung lahm. An den Mautstellen bildeten sich Schlangen. Festivals meldeten Umsatzausfälle. Restaurants nahmen nur noch Bargeld. Dänemark ist eines der bargeldärmsten Länder der Welt. Über neun von zehn Zahlungen im Handel sind digital. Genau diese Stärke wurde an diesem Abend zur Schwäche.

Dänemark zieht Konsequenzen

Die dänische Nationalbank hat reagiert. Anfang Oktober 2025 veröffentlichte sie die Analyse „Resilient payments in Denmark“. Die Botschaft war klar. Das Zahlungssystem ist sicher. Aber ein Ausfall kann jederzeit passieren. Bürger und Händler müssen darauf vorbereitet sein. 

Im April 2026 folgte der Statusbericht. Er markiert einen Meilenstein. Alle Erwachsenen mit einer dänisch ausgegebenen Karte können jetzt offline zahlen. Das gilt in den meisten landesweiten Supermarktketten. Und zwar für mindestens eine Woche am Stück. Die Apotheken folgen bis zum dritten Quartal 2026. 

Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Der Ausfall in Dänemark und die großflächigen Stromausfälle in Spanien und Portugal im Frühjahr 2025 haben das Thema auf die Tagesordnung gebracht. Resilienz im Zahlungsverkehr ist von einer Fachfrage zu einer Frage der Grundversorgung geworden.

Die dänische Lösung, kurz erklärt

Die Lösung ist keine neue Technik im Chip. Sie ist eine koordinierte Schicht über dem bestehenden System. Sie adressiert vor allem Ausfälle der Karteninfrastruktur oder des Internets. Sie ersetzt keine Notstromversorgung im Handel. Damit Kassen und Terminals weiterlaufen, braucht es zusätzliche betriebliche Infrastruktur. 

Im Kern funktioniert sie so. Das Terminal nimmt die Zahlung auch ohne Netz an. Der Kunde steckt die Karte und gibt die PIN ein. Die Transaktion wird lokal gespeichert. Sie wird nachgereicht, sobald die Verbindung wieder steht. Fachlich nennt man das Store-and-Forward. 

Drei Punkte machen den dänischen Ansatz besonders.

  1. Die Steuerung: Die Nationalbank und der Danish Payments Council orchestrieren das Ganze zentral. Der Handel, die Banken und die Zahlungsindustrie ziehen mit.
  2. Die Abdeckung: Die Lösung funktioniert für alle Kartentypen. Sie funktioniert auch für Apple Pay und Google Pay. Das ist wichtig. Denn jede dritte Zahlung im dänischen Handel läuft heute über ein Wallet.
  3. Das Risiko: Der Sektor trägt es gemeinsam. Der einzelne Händler bleibt nicht allein auf dem Ausfallrisiko sitzen.

Deutschland ist anders aufgestellt

Der Blick auf Deutschland zeigt einen anderen Aufbau. Der digitale Zahlungsverkehr ruht hier auf mehreren Säulen. Alle setzen im Kern eine Online-Verbindung voraus. 

Die erste Säule ist die girocard. Sie ist das nationale Debitverfahren. Sie ist chip- und PIN-basiert. Ihr Kern ist die Online-Autorisierung mit Zahlungsgarantie. Genau diese Garantie ist ihr Wert. Sie setzt aber eine Verbindung voraus. Eine echte Offline-Fähigkeit ist im Chip zwar angelegt. In der Praxis ist sie kaum aktiv. Die Floor Limits stehen meist auf null. Offline zu gehen hieße, die Garantie aufzugeben. 

Die zweite Säule sind die Kreditkarten. In Deutschland dominieren Visa und Mastercard. Die Autorisierung läuft online über die internationalen Netze. Das bringt eine weitere Abhängigkeit mit sich. Rund zwei Drittel aller Kartenzahlungen im Euroraum laufen über die zwei US-Anbieter. Fällt deren Infrastruktur aus, fehlt eine europäische Rückfallebene. 

Die dritte Säule sind die SEPA-Zahlungen. Überweisung und Lastschrift sind das Rückgrat des kontobasierten Zahlungsverkehrs. Die SEPA-Echtzeitüberweisung kommt als schnelle Variante hinzu. Auf ihr baut auch das europäische Wallet Wero auf. All das läuft über zentrale Clearing-Systeme. Auch diese Rails brauchen eine funktionierende digitale Infrastruktur. 

Einen Sonderfall gibt es am Point of Sale. Er heißt elektronisches Lastschriftverfahren, kurz ELV. Es erzeugt aus der Karte eine SEPA-Lastschrift. Es funktioniert ohne Online-Autorisierung. Dafür gibt es keine Zahlungsgarantie. Das Ausfallrisiko trägt allein der Händler. Das ELV ist damit Deutschlands nächster Verwandter zu einer Offline-Zahlung. Eine koordinierte nationale Lösung wie in Dänemark ist es aber nicht. 

Auch Deutschland kennt solche Ausfälle. Und sie werden aktueller. Im September 2024 fiel der Zahlungsdienstleister TeleCash aus. Edeka, Rewe und Aldi konnten in vielen Filialen keine Karten mehr annehmen.  

Noch deutlicher wird das Risiko beim Strom. Im September 2025 legte ein Brandanschlag auf Strommasten den Südosten Berlins lahm. Rund 50.000 Haushalte waren betroffen. Der Strom fiel für etwa 60 Stunden aus. Anfang Januar 2026 folgte der nächste Anschlag. Diesmal traf es den Südwesten Berlins. Rund 45.000 Haushalte und 2.000 Betriebe waren ohne Strom. Für einen Teil der Betroffenen dauerte es bis zu fünf Tage. Es war der längste Stromausfall in der Nachkriegsgeschichte der Stadt. 

Solche Ereignisse zeigen dasselbe Muster. Ohne Strom oder Netz stehen Kassen und Geldautomaten still. Eine koordinierte nationale Offline-Lösung nach dänischem Vorbild gibt es bisher nicht. 

Deutschlands Antwort auf einen Ausfall heißt bis heute Bargeld. Die Bundesbank ist hier eindeutig. Bargeld ist die Ausfalllösung bei Störungen der Infrastruktur. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz rät, einen Bargeldvorrat zu Hause zu halten.

Das Gedankenexperiment: Was, wenn?

Stellen wir uns vor, die digitale Zahlungsinfrastruktur in Deutschland fällt aus. Für Stunden oder sogar Tage. Was passiert dann? 

Zuerst wird es still an der Kasse. Die girocard braucht die Online-Autorisierung. Sie fällt aus. Die Kreditkarten von Visa und Mastercard brauchen die internationalen Netze. Sie fallen aus. Die SEPA-Zahlungen laufen über zentrale Clearing-Systeme. Auch sie stehen still. Drei digitale Säulen und ein gemeinsamer Schwachpunkt. Alle brauchen eine Verbindung. Der Plan lautet dann Bargeld. Nur hat dieser Plan zwei Schwachstellen. 

Die erste Schwachstelle ist der Rückgang. Der Bargeldanteil im stationären Handel liegt umsatzbezogen nur noch bei rund 34 Prozent. Der Trend zeigt weiter nach unten. Ein schrumpfendes Zahlungsmittel als einziges Sicherheitsnetz ist ein Risiko. 

Die zweite Schwachstelle ist die Abhängigkeit vom Netz. Bargeld muss erst einmal verfügbar sein. Geldautomaten brauchen Strom und Verbindung. Bei einem Stromausfall stehen sie still. Wer dann kein Bargeld dabei hat, steht mit leeren Händen da. 

Auf der Kartenseite gibt es kein zweites Netz. Wallet-Zahlungen funktionieren offline nicht. Ein deutscher Supermarkt kann nicht einfach in einen garantierten Offline-Modus umschalten. Genau diese Option hat Dänemark heute. Deutschland hat sie nicht. Das ist der eigentliche Unterschied. Dänemark hat die Resilienz in die Kartenschicht eingebaut. Deutschland hat sie an das Bargeld ausgelagert.

Der Ausblick: der digitale Euro ab 2029

Es gibt eine europäische Antwort auf dieses Problem. Sie heißt digitaler Euro. Die Pilotphase soll 2027 starten. Die Einführung wird für 2029 angestrebt. Voraussetzung ist ein rechtlicher Rahmen aus Brüssel. Über den verhandeln derzeit Parlament, Rat und Kommission. 

Für die Resilienz ist ein Detail entscheidend. Der digitale Euro soll online und offline funktionieren. Eine Zahlung per Smartphone wäre auch ohne Internetverbindung möglich. Ähnlich wie heute eine kontaktlose Kartenzahlung. Offline verspricht zudem mehr Datenschutz. Es fließen keine Transaktionsdaten an Dienstleister oder das Eurosystem. 

Über den Erfolg entscheidet aber nicht die Technik allein. Über den Erfolg entscheidet die Akzeptanz. Ein Offline-Euro nützt nur, wenn er überall angenommen wird. Der Handel muss ihn annehmen. Die Menschen müssen ihn nutzen. Die geplante Verordnung sieht dafür eine verpflichtende Annahme vor. Ähnlich wie beim Bargeld. Genau hier liegt die dänische Lektion. Die Offline-Lösung wirkt, weil sie dort greift, wo die Menschen wirklich einkaufen. Im Supermarkt und in der Apotheke. Ohne breite Akzeptanz bleibt auch der digitale Euro nur ein Konzept. 

Ein ehrlicher Hinweis gehört dazu. Die Offline-Funktion ist technisch die härteste Nuss. Die EZB hat sich hier noch nicht auf einen einzigen Ansatz festgelegt. Und Zeitpläne in Brüssel verschieben sich gerne.

Fazit

Resilienz im Zahlungsverkehr entsteht nicht von selbst. Man muss sie in die Zahlungsschicht hineinplanen. Dänemark hat dies bereits national getan. Deutschland setzt bis auf Weiteres auf Bargeld als Ausfalllösung. Die strukturelle Antwort für den Euroraum ist der digitale Euro. Er kommt frühestens 2029. Bis dahin bleibt eine Lücke. Diese Lücke müssen Banken aktiv managen. 

Folgende Punkte sind jetzt entscheidend: 

  1. Resilienz zur Chefsache machen. Ein Zahlungsausfall ist kein reines IT-Thema. Er trifft Kunden, Handel und Vertrauen zugleich. DORA verlangt ohnehin den Nachweis operativer Widerstandsfähigkeit. 
  2. Den eigenen Notfallplan ehrlich testen. Was passiert, wenn Netz oder Strom für Tage ausfallen? Welche Rückfallebene bleibt den Kunden? Wer darauf keine klare Antwort hat, hat eine offene Baustelle.
  3. Die Offline-Optionen bewusst bewerten. Floor Limits, girocard-Offline-Profile und das ELV liegen heute meist brach. Das kann richtig sein. Es sollte aber eine Entscheidung sein und kein Zufall. 

Und die vielleicht wichtigste Lektion aus Dänemark: Resilienz im Zahlungsverkehr gelingt nur gemeinsam. Banken, Handel und Aufsicht müssen an einem Tisch sitzen. Ein Alleingang schützt niemanden.

Sebastian Wagmann über den Unterschied zwischen dem Consileon Compliance Manager und generativen KI-Tools

Viele Unternehmen haben inzwischen erste Erfahrungen damit gemacht, Dokumente in ein KI-Tool hochzuladen und sich eine Einschätzung geben zu lassen. Das funktioniert erstaunlich gut und weckt deshalb eine naheliegende Frage: Brauche ich dann überhaupt noch eine spezialisierte Lösung für die Vertragsprüfung? Sebastian Wagmann hat den Consileon Compliance Manager als Product Owner von Anfang an mitentwickelt. Er kennt diese Frage aus unzähligen Gesprächen mit Compliance-Teams und erklärt, wo die entscheidenden Unterschiede liegen.

Sebastian, einige Compliance-Verantwortliche experimentieren gerade mit generativen KI-Tools wie Claude oder ChatGPT. Die laden einen Vertrag hoch, stellen ein paar Fragen und bekommen eine Antwort. Was spricht dagegen?

Gar nichts, ehrlich gesagt. Das sage ich bewusst so, weil ich verstehe, warum das verlockend ist. Für eine erste Orientierung oder ein schnelles Stimmungsbild ist das durchaus nützlich. Wer wissen will, ob ein Vertrag grundsätzlich vernünftig aufgebaut ist oder ob eine bestimmte Klausel auf den ersten Blick problematisch erscheint, bekommt da hilfreiche Hinweise. Das Problem beginnt, wenn man das mit einer belastbaren Compliance-Prüfung verwechselt. Und das passiert öfter, als man denkt.

Wo genau liegt der Unterschied?

Der fundamentale Unterschied ist: Ein generatives KI-Tool weiß, wie Verträge im Allgemeinen aussehen. Es kennt aber nicht die regulatorischen Anforderungen, die konkret für Ihr Unternehmen gelten, und es kennt schon gar nicht Ihre internen Vorgaben. Eine Vertragsprüfung im Compliance-Kontext ist keine allgemeine Qualitätskontrolle. Sie ist ein Abgleich gegen ein definiertes Soll. Dieses Soll muss irgendwo hinterlegt sein.

Selbst wenn man ein Large-Language-Modell mit einem konkreten regulatorischen Soll füttern würde, bleibt das Problem bestehen: Die Prüfung ist weder konsistent noch reproduzierbar. Unterschiedliche Dokumentversionen, mehrere Verträge, regelmäßige Wiederholungen, das lässt sich mit einem generischen Chat-Interface schlicht nicht zuverlässig und skalierbar abbilden. Was einmal gut klingt, ist noch lange kein Prozess.

Was meinen Sie mit „definiertem Soll“?

Nehmen Sie als Beispiel die schriftlich fixierte Ordnung einer Bank. Das ist die Gesamtheit aller internen Regelwerke: Richtlinien, Arbeitsanweisungen, Prozessdokumentationen. Wenn ich prüfen will, ob ein IT-Dienstleistervertrag wirklich compliant ist, muss ich ihn nicht nur gegen die einschlägigen regulatorischen Anforderungen halten, sondern auch gegen das, was mein eigenes Haus dazu festgelegt hat. Ein generisches KI-Tool hat keinen Zugang zu dieser internen Welt. Es kann sie nicht kennen, weil sie nirgends öffentlich verfügbar ist. Das ist kein Vorwurf an die Technologie, das ist schlicht die Realität. Der Compliance Manager hingegen kann genau auf diese unternehmensspezifischen Anforderungen ausgerichtet werden und prüft dann beides parallel: externe Regulatorik und interne Vorgaben.

Ist das nur ein Problem bei internen Vorgaben, oder gibt es weitere Lücken?

Es gibt mehrere. Ein häufig unterschätztes Thema ist die Vollständigkeit. Wenn ich in einem Chat-Interface einen Vertrag hochlade und frage: „Was fehlt hier?“, erhalte ich einen Hinweis darauf, was die KI als relevant einschätzt. Ob alle verpflichtenden Klauseln, die ein bestimmtes Regelwerk vorschreibt, etwa Auditrechte, Exit-Regelungen, Meldepflichten oder Eskalationsmechanismen, wirklich systematisch geprüft wurden, lässt sich im Nachhinein nicht rekonstruieren. Es gibt keine Prüfliste, kein Protokoll, keinen Nachweis. Für eine Aufsichtsbehörde ist das nicht ausreichend.

Stichwort Nachweis: Wie löst das der Compliance Manager?

Jede Prüfung ist vollständig dokumentiert und nachvollziehbar: Welche regulatorischen Anforderungen wurden geprüft? Gegen welche Version des Regelwerks? Was war das Ergebnis für jede einzelne Anforderung? Wo genau im Dokument liegt eine Lücke? Und: Wann wurde diese Anforderung zuletzt geprüft? Der Compliance Manager historisiert Prüfergebnisse über Dokumentversionen hinweg, sodass Veränderungen zwischen älteren und neueren Versionen direkt sichtbar werden. Das alles ist revisionssicher hinterlegt. Ein Audit-Trail, der im Ernstfall vor der Aufsicht standhält. Das ist bei einem Chat-basierten Ansatz strukturell nicht möglich, nicht weil die KI schlechter wäre, sondern weil das Werkzeug für diesen Zweck schlicht nicht gebaut wurde.

Ein weiteres Argument, das ich höre, ist Datenschutz. Wie sehen Sie das?

Das ist ein ernstes Thema, das zu selten offen diskutiert wird. Wenn ich einen Vertrag mit sensiblen Geschäftsdaten, Namen von Dienstleistern, Konditionen oder internen Prozessinformationen in ein Consumer-KI-Tool hochlade, muss ich genau wissen, was mit diesen Daten passiert. Werden sie für das Training verwendet? Wo werden sie verarbeitet? Gibt es einen Auftragsverarbeitungsvertrag? Ich erlebe in Gesprächen immer wieder, dass diese Fragen erst gar nicht gestellt werden. Dabei sind sie nicht optional. Der Consileon Compliance Manager kann auf Wunsch vollständig on-premises betrieben werden. Die Daten verlassen die eigene Infrastruktur nicht. Für regulierte Unternehmen unter Aufsicht ist das oft keine Wahlmöglichkeit, sondern eine Pflicht.

Und was ist mit der Prozessintegration? Vertragsprüfung passiert nicht im Vakuum.

Genau das ist ein Punkt, der in der Diskussion oft fehlt. Compliance ist kein einmaliges Ereignis. Verträge haben Laufzeiten, Regelwerke werden aktualisiert, neue Regulatorik kommt hinzu. Der Compliance Manager ist so konzipiert, dass er sich in bestehende Prozesse integriert: als Teil des Contract Lifecycle Managements, mit definierten Workflows, Benutzerrollen und Eskalationspfaden. Wenn sich regulatorische Anforderungen ändern, wird das entsprechende Modul aktualisiert, und alle betroffenen Verträge können systematisch neu bewertet werden. In einem Chat-basierten Szenario müsste jemand aktiv daran denken, das manuell zu wiederholen. Das passiert in der Realität nicht zuverlässig.

Letzte Frage: Für wen ist der Einsatz eines generativen KI-Tools bei der Vertragsprüfung dennoch sinnvoll?

Für alle, die sich schnell einen ersten Eindruck verschaffen wollen und das Ergebnis entsprechend einordnen. Als Vorarbeit für eine strukturierte Prüfung, als Einstieg in ein Thema, als interne Diskussionsgrundlage, das alles ist vollkommen legitim. Was es nicht ersetzt, ist die systematische, nachweisbare, regulatorisch verankerte Prüfung. Wer Verträge prüft, weil er es muss, gegenüber Aufsehern, gegenüber Vorstand, gegenüber Vertragspartnern, braucht mehr als einen Chat. Er braucht ein System. Und er braucht den Nachweis, dass dieses System funktioniert hat.

Ein Interview mit Dr. Thilo Gaul, Geschäftsbereichsleiter Financial Services bei Consileon

Die DORA-Verordnung ist längst beschlossene Sache, doch die eigentliche Herausforderung liegt in der Umsetzung. Gerade Banken und Finanzdienstleister müssen ihre Verträge mit IT- und Cloud-Dienstleistern systematisch prüfen, anpassen und über den gesamten Lebenszyklus hinweg im Blick behalten. Das lässt sich kaum mehr manuell leisten. Dr. Thilo Gaul erklärt im Interview, wie KI-basierte Vertragsprüfung nicht nur Aufwand reduziert, sondern zugleich für mehr Klarheit, Sicherheit und Nachweisbarkeit sorgt.

Herr Dr. Gaul, DORA gilt bereits seit einiger Zeit. Warum ist das Thema gerade jetzt so präsent?

Da wir jetzt in die Umsetzungsphase übergehen, und das betrifft praktisch jedes Institut. Besonders im Bereich „ICT Third-Party Risk“ müssen Banken nachweisen, dass ihre Verträge mit IT- und Cloud-Dienstleistern vollständig, aktuell und DORA-konform sind. Und das nicht einmalig, sondern fortlaufend über die gesamte Vertragslaufzeit hinweg. Viele Häuser merken erst jetzt, dass die bisherigen manuellen Verfahren weder skalierbar noch revisionssicher sind.

Was verlangt DORA konkret im Hinblick auf Dienstleisterverträge?

DORA stellt sehr spezifische Anforderungen an die Vertragsinhalte. Dazu gehören etwa klare Eskalationsmechanismen, Auditrechte, Informationspflichten, Exit-Regelungen sowie ein Meldeweg bei Sicherheitsvorfällen. Diese Klauseln müssen nicht nur vorhanden, sondern auch inhaltlich korrekt und aktuell sein. Genau das macht regelmäßige, strukturierte Vertragsprüfungen unverzichtbar – ein enormer Aufwand, wenn man sie manuell durchführen muss.

Viele Banken prüfen ihre Verträge noch manuell. Warum reicht das nicht mehr aus?

Weil die Menge und die Komplexität explodiert sind. Über die Jahre sind enorme Vertragslandschaften entstanden – oft mit unterschiedlichen Versionen, Anbietern und Regelwerken. Hinzu kommen Cloud-Services, Outsourcing-Partner und FinTech-Kooperationen. Wer das alles händisch prüfen will, läuft Gefahr, Fehler zu machen oder Fristen zu verpassen. Der Aufwand steht in keinem Verhältnis mehr. Genau deshalb benötigen wir intelligente, automatisierte Lösungen.

Wie unterstützt die KI-Vertragsprüfung von Consileon Banken bei dieser Aufgabe?

Unsere Lösung, das Consileon Regulatorik-Radar, analysiert Verträge automatisiert auf DORA-Konformität sowie auf weitere regulatorische Anforderungen. Die KI erkennt fehlende oder riskante Klauseln, macht konkrete Änderungsvorschläge und erstellt auf Wunsch ein vollständiges DORA-Reporting. Der entscheidende Unterschied: Die KI arbeitet nicht nur mit Schlagworten, sondern versteht den inhaltlichen Zusammenhang; sie weiß also, was eine Klausel bedeutet. Das macht die Prüfung schneller und verlässlicher.

KI und Regulierung – ist das nicht ein Widerspruch?

Nein, nicht, wenn man es richtig angeht. Wir arbeiten mit Large Language Models, die speziell auf regulatorische Texte trainiert sind und setzen zusätzlich unser Qualitätssicherungs-Framework Lighthouz AI ein. So stellen wir sicher, dass die Ergebnisse nachvollziehbar und stabil sind. Zudem erfolgt am Ende immer eine fachliche Validierung durch einen Fachexperten, der die KI-Ergebnisse kontrolliert und ggfs. überschreiben kann. Die KI entlastet massiv, die Entscheidungshoheit bleibt jedoch immer beim Menschen.

Wie aufwendig ist die Einführung der Lösung – ist das ein Großprojekt?

Überhaupt nicht. Unsere Lösung ist als SaaS-Anwendung sofort einsatzbereit. In einer kurzen Setup-Phase werden kundenspezifische Richtlinien und Prüfparameter integriert. Danach können Verträge und Dokumente direkt hochgeladen und geprüft werden. Die Anwendung ist bewusst pragmatisch konzipiert: schnell implementiert, sicher im Betrieb und skalierbar.

Wie hilft das System beim Nachweis gegenüber Aufsichtsbehörden wie der BaFin?

Ein zentrales Feature ist das automatisierte Reporting. Nach jeder Prüfung wird ein vollständiger Bericht erstellt, inklusive Compliance-Status, Lückenanalyse und konkreten Handlungsempfehlungen. Diese Dokumentation ist revisionssicher und ideal geeignet, um Anforderungen aus internen Audits oder regulatorischen Prüfungen zu erfüllen. Banken gewinnen dadurch Transparenz und Nachvollziehbarkeit auf Knopfdruck.

Was raten Sie Instituten, die bei der DORA-Umsetzung noch am Anfang stehen?

Fangen Sie strukturiert an, aber fangen Sie an. Der Aufwand verschwindet nicht, wenn man wartet. Mit dem Regulatorik-Radar holen sich Banken ein Werkzeug ins Haus, das Routinearbeit automatisiert, Qualität erhöht und zugleich regulatorische Sicherheit schafft. So wird aus einer Pflichtaufgabe ein echter Effizienzhebel. Wer DORA richtig umsetzt, stärkt nicht nur seine Compliance, sondern auch seine operative Resilienz.

DORA-Compliance mit Consileon: schnell, sicher, skalierbar

Erfahren Sie, wie Sie mit dem Consileon Regulatorik-Radar Ihre Vertragsprüfungen automatisieren und DORA-Anforderungen effizient erfüllen können: mit klarer Struktur, nachvollziehbaren Ergebnissen und sicherer Governance.

Wie Banken mit KI regulatorische Prüfungen beschleunigen

Regulatorische Prüfungen gehören in Banken zum Alltag, doch mit wachsender Komplexität, steigenden Datenmengen und neuen EU-Verordnungen geraten klassische Prüfprozesse zunehmend an ihre Grenzen. Gerade bei der Prüfung umfangreicher Dokumente wie Verträgen, Arbeitsanweisungen oder Organisationshandbüchern ist der Aufwand hoch, ebenso die Fehleranfälligkeit.

Genau hier setzt die KI-Lösung, das Consileon Regulatorik-Radar, an. Sie unterstützt Banken dabei, Dokumente automatisiert und unabhängig von Format oder Sprache auf regulatorische Anforderungen zu prüfen.

Neben klassischen Banken profitieren auch Autobanken vom Einsatz des Regulatorik-Radars, beispielsweise bei der Prüfung von IT-Dienstleisterverträgen im Rahmen von DORA. Die KI-gestützte Lösung unterstützt bei der strukturierten Prüfung und Dokumentation – effizient und revisionssicher.

Was erwartet Sie im Webinar?

Anhand einer Vertragsprüfung auf DORA-Konformität zeigen wir Ihnen:

Welche Vorteile bietet die KI-Lösung für Auditoren?

Das Consileon Regulatorik Radar entlastet Ihre Compliance-Teams gezielt:

Für wen ist das Webinar interessant?

Wer sind Ihre Gastgeber?

Ihre Referenten im Webinar sind:

KI-gestützte Audits und Prüfungen für Versicherer

Regulatorische Prüfungen sind für Versicherungen Alltag, doch die Anforderungen steigen rasant. Mehr Daten, komplexere Vorgaben und neue EU-Verordnungen wie DORA bringen klassische Prüfprozesse schnell an ihre Grenzen. In unserem Webinar zeigen wir, wie Künstliche Intelligenz zum entscheidenden Hebel für effiziente Risiko- und Compliance-Arbeit wird.

Mit dem Consileon Regulatorik-Radar, entwickelt auf Basis von Large Language Models (LLMs), lassen sich umfangreiche Dokumente automatisiert auf regulatorische Anforderungen prüfen – von Verträgen über Arbeitsanweisungen bis hin zu Organisationsrichtlinien. Und das unabhängig von Sprache oder Format.

Ihre Vorteile auf einen Blick:

Webinar-Inhalte:

Zielgruppe:

Chief Risk Manager, Compliance Officer und Regulatorik-Spezialisten in Versicherungen

Ihre Gastgeber:

Wie KI Versicherern hilft, regulatorische Anforderungen zu erfüllen

Am 25. Juni 2025 fand unser Webinar zum Thema „KI-gestützte Audits und Prüfungen für Versicherer“ statt, mit großem Interesse und reger Beteiligung. Über 60 Minuten diskutierten Expertinnen und Experten aus dem Versicherungsumfeld mit uns darüber, wie KI-basierte Lösungen die täglichen Herausforderungen in der regulatorischen Prüfungspraxis wirkungsvoll unterstützen können.

Herausforderungen treffen auf Innovation

Im ersten Teil des Webinars gaben Dr. Michael Reich und Sebastian Wagmann einen Überblick über aktuelle Entwicklungen im regulatorischen Umfeld, insbesondere über die Auswirkungen der DORA-Verordnung und weiterer Regulierungen auf die Prüfprozesse in Versicherungen und Finanzunternehmen.

Mit dem Consileon Regulatorik-Radar, einer Lösung auf Basis von Large Language Models (LLMs), zeigten wir praxisnah, wie umfangreiche Dokumente wie Verträge, Arbeitsanweisungen oder Organisationsrichtlinien automatisiert und regelbasiert geprüft werden können, unabhängig von Format und Sprache.

Live-Demo des Regulatorik-Radar

Ein Höhepunkt des Webinars war die Live-Demonstration des Regulatorik-Radars anhand einer Vertragsprüfung auf DORA-Konformität. Daran schloss sich eine angeregte Fragerunde an, in der zahlreiche Teilnehmende gezielte Fragen zur Weiterentwicklung, zum Einsatzmodell und zur Qualitätssicherung der Lösung stellten.

Die 5 meistgestellten Fragen zum Regulatorik-Radar

1. Wie kommen neue regulatorische Anforderungen in das Regulatorik-Radar?

Die regulatorischen Anforderungen können über ein Content Management System durch unsere Admins verwaltet werden. Die Ermittlung der Anforderungen bei der Integration neuer Regulatorik wird initial durch ein KI-Analyse-Tool bewerkstelligt, welches ebenfalls von Consileon entwickelt wurde. Im Zweiten Schritt führt ein Regulatorik-Fachexperte eine Qualitätssicherung der Ergebnisse durch. Anschließend werden die Anforderungen in die Software geladen. Gemeinsam mit dem Kunden können abschließend noch Änderungen, wie Wortwahl-Anpassungen oder die Integration von Sonderfragen, durchgeführt werden.

2. Welche Regelwerke sind aktuell verfügbar und welche werden bald integriert?

Bereits verfügbar sind DORA (mehrere Teilbereiche wie Vertragsprüfung, Informationsregister, Richtlinienprüfung), NIS2 (für kritische Institutionen außerhalb des Finanzsektors) und GDP (Good Distribution Practice im Pharmabereich). Die Integration der Regelwerke EU AI-Act, SfO-Geldwäsche-Prüfung (AMLD, GWG etc.), ISO 27001, MaRisk mit Fokus auf IKS (Interne Kontrollsysteme) und CSRD ist in Vorbereitung. Zusätzlich sind kundenspezifische Entwicklungen jederzeit möglich.

3. Kann der Funktionsumfang individuell erweitert werden?

Ja, es besteht stets die Möglichkeit, bei Bedarf auch individuell gewünschte Features zu entwickeln oder neue Regularien in unsere Software einzubinden. Unsere Software wird stetig mit einem agilen Team aus Entwicklern, KI-Spezialisten und Fachexperten weiterentwickelt. 

4. Wie werden die Daten verarbeitet und gespeichert?

Alle Daten die das Regulatorik Radar verarbeitet, werden in Europa (standardmäßig MS Azure) gehostet. Höchste Datensicherheitsstandards sind für Consileon hierbei eine Selbstverständlichkeit. Das Hosting sowie die Verarbeitung der Daten werden immer zuvor mit dem Kunden hands-on abgestimmt und im Rahmen einer AVV vertraglich festgehalten. Eine Bereitstellung der Software als On-Premise-Lösung ist möglich.

5. Sind die KI-Modelle flexibel anpassbar?

Ja, es besteht die Option, die KI-Modelle der Software zu tauschen. Unser Entwicklerteam prüft regelmäßig neue KI-Modelle mithilfe unserer Qualitätsprüfungs-Software Lighthouz AI. Somit ist unser KI-Agenten-Modell stets auf dem neuesten Stand der Technik und optimal abgestimmt. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, eine Modellkonfiguration nach Kundenwunsch vorzunehmen. Bitte beachten Sie jedoch, dass hierzu zunächst eine Qualitätsevaluierung durchgeführt werden muss, um bestmögliche Ergebnisse garantieren zu können.

Konstruktives Feedback und konkrete Impulse

Das durchweg positive und konstruktive Feedback der Teilnehmenden hat gezeigt, dass der fachliche Tiefgang des Webinars genau die Bedürfnisse der Zielgruppe getroffen hat. In der Diskussion wurden nicht nur Fragen geklärt, sondern auch wertvolle Impulse zur Weiterentwicklung des Tools gegeben, etwa zur Weiterentwicklung des Informationsregisters oder zur Integration zusätzlicher regulatorischer Anforderungen wie dem EU AI Act, CSRD oder ISO 27001.

Sie haben das Webinar verpasst oder möchten sich zum Regulatorik-Radar beraten lassen?

Sprechen Sie mit uns. Wir zeigen Ihnen gerne, wie KI Ihre regulatorischen Prüfprozesse effizienter, sicherer und zukunftsfähig macht.

Webinar: KI-gestützte Audits und Prüfungen

Regulatorische Prüfungen gehören für Versicherungen zum Tagesgeschäft, doch mit wachsender Komplexität, steigenden Datenmengen und neuen EU-Verordnungen geraten klassische Prüfprozesse zunehmend an ihre Grenzen. Im Rahmen unseres Webinars zeigen wir Versicherern, wie moderne KI-Ansätze die Arbeit Ihrer Risiko- und Compliance-Teams deutlich vereinfachen können.

Mit dem Consileon Regulatorik-Radar, basierend auf Large Language Models (LLMs), prüfen Sie umfangreiche Dokumente wie Verträge, Arbeitsanweisungen oder Organisationsrichtlinien automatisiert auf regulatorische Anforderungen – unabhängig von Format und Sprache.

Ihre Vorteile auf einen Blick:

Webinar-Inhalte:

Zielgruppe:

Chief Risk Manager, Compliance Officer und Regulatorik-Spezialisten in Versicherungen

Ihre Gastgeber:

Viele Unternehmen empfinden regulatorische Anforderungen als Last, doch sie bieten auch eine große Chance für Innovation. Genau hier setzt das Regulatorik-Radar an – eine KI-gestützte Lösung, die von Consileon gemeinsam mit Prof. Jan Pieter Krahnen entwickelt wurde. Diese Technologie erleichtert Unternehmen die Einhaltung regulatorischer Vorgaben und beschleunigt den gesamten Prozess. Die erste Version hilft speziell bei der Umsetzung der EU-Verordnung DORA.

Vier Hauptfunktionen des Regulatorik-Radars

Das Regulatorik-Radar bietet vier zentrale Funktionen:

KI-gestütztes Audit: Identifiziert Lücken in der Compliance-Dokumentation und schlägt geeignete Maßnahmen vor.

Vertragsprüfung: Analysiert Verträge mit externen IT-Dienstleistern auf DORA-Konformität.

Reporting-Tool: Erstellt Überblicke für das Management über den aktuellen Konformitätsstatus.

Regulatorik-Assistent (Chatbot): Beantwortet spezifische und komplexe Fragen zur DORA-Regulierung.

Wie funktioniert das Regulatorik-Radar?

Das System nutzt den Wortlaut von Verordnungen, offizielle Erläuterungen und qualifizierte Interpretationen, um Anforderungen mit den internen Prozessen eines Unternehmens abzugleichen. Durch Multiagenten-Ansätze und menschliche Kontrolle wird höchste Zuverlässigkeit sichergestellt.

Ein Blick in die Zukunft

DORA ist erst der Anfang. Zukünftige Versionen des Regulatorik-Radars werden weitere wichtige Regelwerke wie den EU-AI-Act, NIS2, DSGVO und MaRisk abdecken.

Mit dem Regulatorik-Radar bleiben Unternehmen compliant und innovativ – bei minimalem Aufwand und optimalem Ressourceneinsatz.