Krankenkassen

Zwischen Solidarität, Wettbewerb und steigenden Ansprüchen

Unter der Prämisse der Solidarität müssen sich die Krankenkassen einem harten Wettbewerb und steigenden Ansprüchen der Versicherten stellen. Handlungsdruck erzeugen auch der demografische Wandel, die mangelnde Steuerung der Versorgung und die absehbare Progression der Ausgaben.

Vom Versicherer zum Versorgungspartner

Seit Einführung der gesetzlichen Krankenversicherung 1883 unter Bismarck ist das Solidaritätsprinzip im deutschen Recht verankert. Ihm bleiben die Krankenkassen trotz Rückgang an Beitragszahlern sowie höheren Ausgaben für die alternde Bevölkerung verpflichtet. Weil diese Trends die Finanzen der Versicherungsträger zunehmend belasten, erschweren sie nötige Investitionen in Programme zur effizienteren Versorgung.

Überdies hat sich mit der Freigabe der Kassenwahl der Wettbewerb unter den Trägern stetig verschärft. Die politisch gewollte Konkurrenz soll die Effizienz der Versorgung verbessern und so die Kosten im Gesundheitswesen senken. Um den Beitragssatz zu stabilisieren, hat die Politik den Kassen eine Dämpfung ihrer Ausgaben verordnet. Die Sätze wurden deutschlandweit vereinheitlicht; der aufkeimenden Risikoselektion begegnet der Gesetzgeber mit einem an der Morbidität orientierten Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA). Somit besteht für die Kassen außer dem Zusatzbeitrag keine Möglichkeit mehr, sich preislich zu differenzieren. Sie sind deshalb gefordert, über ihre klassische Rolle als Kostenträger hinauszuwachsen, indem sie sich mit besseren Versorgungsangeboten als Partner der Versicherten behaupten.

Neben einem umfassenden Versorgungsprogramm erwarten die Mitglieder transparente Informationen auf allen Kanälen einschließlich Social Media sowie vernetzte, übergreifende Prozesse. Selbstverständlich soll dieses Leistungsspektrum so kostengünstig und solidarisch wie möglich erbracht werden. Auch diese Anforderungen beanspruchen Ressourcen und belasten die Haushalte der Versicherungsträger. Unter anderem erklären sie die jüngste Fusionswelle unter den kleineren Kassen.

Wettbewerbskraft stärken

Nachhaltig verbessern Krankenkassen ihre Wettbewerbsfähigkeit und festigen ihre Marktposition, wenn sie die Gesundheit der Mitglieder durch eine effiziente Versorgung fördern und so deren Kosten langfristig senken. Investitionen in umfassende Versorgungsprogramme und ergänzende, auf individuelle Bedürfnisse zugeschnittene Dienste binden die Versicherten an ihre Kasse und heben diese von der Konkurrenz ab.

Um das alles zu leisten, müssen sich die Krankenkassen im Spannungsfeld zwischen staatlichem Auftrag, Wettbewerb und steigenden Ansprüchen der Versicherten optimal aufstellen. Techniken der Digitalisierung eröffnen hier neue Möglichkeiten. Bei der Neupositionierung unterstützt Consileon Krankenkassen unter anderem mit folgenden Ansätzen:

  • Entwicklung von Versorgungskonzepten zu Indikationen wie Diabetes, akutem Koronarsyndrom (ACS), COPD oder multipler Sklerose. Über IV-Verträge erreichen die Kassen erst acht Prozent der Versicherten. Die niedrige Quote lässt darauf schließen, dass die fachübergreifende Zusammenarbeit nach wie vor stockt. Wir helfen bei der Konzeption einer interdisziplinär vernetzten Versorgung ebenso wie bei deren organisatorischer und technischer Umsetzung.
  • Prozesskontrolle innerhalb besonderer Versorgungsformen nach § 140 ff. SGB V von niedergelassenen Ärzten. Viele Versorgungskonzepte sehen solide Prozesse vor. Deren Einführung und Einhaltung werden jedoch zu wenig gesteuert.
  • Kodierung bei besonderen Versorgungsverträgen nach § 140 ff. SGB V. Durch einen verzögerten oder lückenhaften Informationsfluss zum Fall, etwa bei Überweisung an einen anderen Fachbereich oder beim Wechsel zwischen ambulanter und stationärer Behandlung, entstehen oft hohe Verluste.
  • Entwicklung und Umsetzung einer Multikanalstrategie zum effizienten Einsatz sämtlicher Kontakt- und Vertriebswege. Laut aktuellen Studien bedienen sich die Krankenkassen zur Ansprache potenzieller Mitglieder nur eines Teils der heute gängigen Kommunikationskanäle.

Ansprechpartner

Consileon Business Consultancy

Jürgen Manz

Tel.: +49 721 35460-80

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