Automobil

Risiken und Chancen

Gesetzliche Vorgaben, Wirtschaft, Technik, Demografie: Das Marktumfeld der Automobilbranche ändert sich an allen Fronten. Die Folge ist eine Verschiebung der Nachfrage hin zu Billigautos, kleineren Motoren und Karosserien, alternativen Antrieben sowie neuen Mobilitätskonzepten.

 

Europas Automarken werden sich am Weltmarkt behaupten. Allerdings gewinnt die Konkurrenz aus Asien überall an Boden. Während der Absatz in Deutschland weiter stagniert und in den meisten Staaten unterhalb des Vorkrisenniveaus verharrt, zeichnet sich insbesondere in China und den USA ein Aufschwung ab.

Weltkonzerne arbeiten nach wie vor an der Lösung des Zielkonflikts, einerseits ihre Fabriken auszulasten, andererseits auf lokale Präferenzen zugeschnittene Fahrzeugmodelle möglichst nah am Zielmarkt zu fertigen. Experten schätzen, dass noch auf Jahre hinaus im Schnitt nur knapp die Hälfte der heutigen Gesamtkapazität der Branche benötigt würde, und rechnen deshalb mit einer Welle von Werksschließungen.

Auch die Zulieferer kämpfen hart um Marktanteile. Die Herausforderungen, denen sie sich stellen müssen, reichen von Änderungen im Fahrzeugaufbau und in der Beschaffungspolitik der Automobilkonzerne über die Sicherung der Rentabilität in den kleineren Klassen bis zur Senkung der Gemeinkosten.

 

Europa

In Deutschland steigt die durchschnittliche Pkw-Haltedauer trotz Wirtschaftswachstum und günstigem Konsumklima weiter an. Für 2012 lautet die Absatzprognose auf 3,15 Millionen, rund zwei Prozent weniger als im Vorjahr. Fast zwei Drittel aller Neuwagen werden auf Firmen zugelassen.

Weil sich die Halter älterer Fahrzeuge eher an freie Werkstätten wenden, sehen überall in Europa die Vertragsbetriebe ihren Wettbewerbsvorteil schwinden. Änderungen der EU-Vorschriften über den Zugang zu Autoteilen und technischen Informationen könnten es den Freien erleichtern, auch Besitzer neuerer Wagen mit Kampfpreisen abzuwerben. Um sich dagegen zu wehren, versuchen manche Hersteller, eigene Servicemarken für über vier Jahre alte Fahrzeuge zu etablieren (Marktsegmente II und III).

 

Innovation

Wer sich am Markt halten will, muss die Lust des Autofahrers am technischen Fortschritt bedienen. Zu den Neuheiten, die es in die nächste Modellgeneration zu integrieren gilt, gehören Einparkhilfen, Bremsassistenten, der Datenaustausch zwischen Fahrzeugen zur Unfallvermeidung und zur Verbesserung des Verkehrsflusses sowie sprachgesteuerte Telefonie, Navigationssysteme und Unterhaltungselektronik. Da die Kunden zunehmend erwarten, dass solche Extras im Preis inbegriffen sind, sollten die Anbieter auf deren Bedienkomfort achten und den Nutzen deutlich machen. Gelingt dies, lässt sich auch ein entsprechender Aufpreis durchsetzen.

Um sich im Innovationswettlauf vom Mittelfeld abzusetzen, müssen Automobilbauer ihre Produktentwicklung beschleunigen und dem Verbraucher helfen, den Überblick über die Vielfalt der Modelle und Ausstattungsvarianten zu behalten. Über innovative Marketingmedien und mit taktischen Maßnahmen wie Paketangeboten lässt sich der Absatz von Sondermodellen ankurbeln.

 

Schwellenländer

Die Autokonzerne der klassischen Industriestaaten setzen ihren Vorstoß auf Wachstumsmärkte wie China, Indien und Russland fort. Das zunehmende Interesse chinesischer Konsumenten an Fahrzeugen der Oberklasse eröffnet vor allem den deutschen Premiummarken neue Ertragschancen. Insgesamt dürfte die Nachfrage auf dem chinesischen Automarkt 2012 stetig steigen und substantiell zum weltweiten Absatz beitragen. Ein Wermutstropfen ist die kürzlich beschlossene staatliche Förderung der heimischen Autoindustrie. Parallel dazu werden Anreize für ausländische Hersteller, in China zu investieren, gestrichen.

Beim Eintritt in die Wachstumsmärkte müssen Automobilbauer nicht nur lokale Rechtsvorschriften und Usancen beachten, sondern auch die spezifischen Vorlieben der potenziellen Käufer. Das alte Patentrezept, ehemalige Erfolgsmodelle aus Europa oder den USA in den Schwellenländern weiterzuproduzieren, hat ausgedient. Weitere Faktoren, die es bei der Erschließung dieser Märkte einzukalkulieren gilt, sind das Wechselkursrisiko, Zölle, Rohstoffpreise, eine lückenhafte Verkehrsinfrastruktur sowie ein weitmaschiges Händlernetz.

 

IT-Bedarf

Bei vielen Akteuren der Automobilindustrie stellen wir in der Informationstechnik einen Investitionsstau fest. Altsysteme stoßen an ihre Grenzen und müssen durch effizientere Lösungen ersetzt werden. Zur Beschleunigung des Umstiegs empfehlen wir modulare, prozessorientierte Software.

 

Unsere Leistungen

Mit umfassender Unternehmens- und IT-Beratung hilft Consileon Automobilbauern, Zulieferern und Händlern, im Wettbewerb zu bestehen. Zu unseren Kernthemen gehören:

  • Beziehungsmarketing (CRM)
  • Campaign-Management
  • Datenanalyse
  • Prozessoptimierung
  • Outsourcing
  • IT-Strategie
  • Projektmanagement

Wussten Sie das

Die Automobilindustrie gehört, neben Banken und Versicherungen, zu den Branchen, die sehr früh die Chancen der Virtualisierung erkannt haben? Dadurch wurde begonnen, die eigene Rechenzentrumsinfrastruktur aufzubauen. Viel Potential bleibt allerdings weiter ungenutzt, zum Beispiel bei der Prozessvirtualisierung.


Ansprechpartner

Dempewolf, Dirk_150_100

Consileon Business Consultancy

Dirk Dempewolf

Tel.: +49 721 35460-80

Projekte